Stockholm: Besuch der Markthalle und Fahrt zum Schloss Drottningholm

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel machten wir uns zunächst auf den Weg zum nahegelegenen Markt beim Konzerthaus und besichtigten auch die dortige Markthalle Hötorgshalle. Diese besticht vor allem durch ihre unzähligen kulinarischen Spezialitäten aus verschiedenen Ländern.

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Markthalle von Stockholm

Kulinarische Köstlichkeiten in der Markthalle von Stockholm

Nachdem wir uns an den vielen Leckerein sattgesehen hatten, begaben wir uns in Richtung Hafen. Wir hatten vor, eine Schifffahrt durch einen Teil der Schärenlandschaft zum Schloss Drottningholm zu unternehmen. Bei diesem beeindruckenden Bauwerk handelt es sich um die Residenz des schwedischen Königspaares. Die Tickets kauften wir direkt am Hafen. Das Schiff startete nicht lange danach, und zwar pünktlich zur Mittagszeit um 12.00 Uhr.

Bei meiner Foto- und Filmkamera neigte sich meine letzte Speicherkarte dem Ende zu, so dass ich immer wieder Aufnahmen löschen musste, damit noch Platz für neue Bilder war. Die Fahrt durch die Schärenlandschaft war wirklich beeindruckend und lud regelrecht zum Filmen und Fotografieren ein, so dass mich der knappe Speicherplatz auf meiner Karte zunehmend ärgerte.

Schärenlandschaft rund um Stockholm

Blick in die Schärenlandschaft rund um Stockholm von unserem Schiff aus.

Nach etwa 50 Minuten erreichten wir das Schloss. Noch war das Wetter gut, doch von Weitem näherte sich bereits eine dunkle Wolkenfront. Wir bewegten uns in Richtung Park, um noch einige gute Aufnahmen von dem Schloss machen zu können, bevor die Sonne endgültig weg war und der Regen kam. Das Schloss mit der zugehörigen Parkanlage war wirklich imposant! Wir konnten noch einige schöne Bilder machen, doch schließlich zog sich der Himmel zu.

Schloss Drottningholm in Schweden

Das Schloss Drottningholm mit der zugehörigen Parkanlage beeindruckte uns sehr.

Wir beeilten uns, um noch trockenen Fußes in das Schlosscafé zu kommen. Leider schafften wir es nicht mehr ganz, der Regen und ein starker Wind setzten ein. Zum Glück hatten wir Schirme dabei, doch ich musste darauf achten, dass mir meiner nicht wegflog. Wir machten bei einer Tasse Kaffee Pause, bis der Regen schließlich nachließ. Danach liefen wir durch den Park zum Chinesischen Schloss, das sich ebenfalls auf dem Gelände befindet.

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Das Chinesische Schloss auf dem Gelände von Schloss Drottningholm.

Bei unserem Aufbruch regnete es noch leicht, doch schließlich hörte es auf und die Sonne zeigte sich wieder, so als wäre nie etwas gewesen (Aprilwetter im Juni). Wir konnten einige schöne Aufnahmen vom Chinesischen Schloss machen, sogar vor blauem Himmel. Gegen 16.00 Uhr nahmen wir das Schiff zurück nach Stockholm. Es war viel los, so dass wir kaum einen Platz bekamen. Als besonders ärgerlich empfanden wir, dass einige Leute jeweils zwei Plätze für sich beanspruchten, um die Füße hochzulegen. Bei gutem Wetter erreichten wir wieder Stockholm.

Stockholm Altstadt

Blick auf die Stockholmer Altstadt Gamla Stan von unserem Schiff aus.

Wir erkundigten uns noch am Rathaus, wann wir morgen auf den Turm hoch konnten. Die Karten für den Aufstieg werden generell nicht am Vortag verkauft. Wir planten den morgigen Vormittag für die Turmbesteigung ein. Danach machten wir uns direkt auf den Weg in die Stockholmer Altstadt, da wir bereits hungrig waren. Wir aßen heute zeitig und günstig in einem Grillimbiss. Zu meinen Fleischgericht trank ich eine Cola. Nach den vielen Tagen mit vorwiegend stillem Wasser hatte ich so richtig Lust dazu!

Fußgängerzone in der Stockholmer Altstadt

Fußgängerzone in der Stockholmer Altstadt

Auf dem Weg zur Toilette schaute sich Michael das Schaufenster in einem benachbarten Souvenirshop an. Der Kellner des Imbisses bekam das mit und gab uns einen Gutschein für Souvenirs mit 10% Preisnachlass. Offenbar gehörten das Geschäft und das Schnellrestaurant zusammen. Nach dem Essen wollten wir in den Laden, doch er sah schon geschlossen aus. Der Verkäufer bekam jedoch mit, dass wir davor standen und sperrte für uns das Geschäft noch einmal auf, so dass wir unsere Souvenirs kaufen konnten. Wir holten uns zwei Kühlschrankmagnete von Stockholm (wir jeden einen).

Stockholm Irish Pub

Den letzten Abend unseres Schweden-Urlaubs verbrachten wir in einem Irish Pub bei tchechischem Bier (sehr international demnach :-))

Ursprünglich hatten wir vor, nach dem Essen noch einmal ins Hotel zu gehen, doch schließlich blieben wir in der Altstadt, um den Abend in Ruhe ausklingen zu lassen. Wir fanden einen Irish Pub, in dem es gemütlich und von der Lautstärke her angenehm war. So verbrachten wir hier einen schönen letzten Abend bei tschechischem Bier. Witzig fanden wir, dass wir uns in Schweden befanden und in einem Irish Pub tschechisches Bier tranken, was ich natürlich gleich posten musste :-). Noch in der Dämmerung brachen wir gegen 23.30 Uhr in Richtung Hotel auf. Die Stimmung war leicht gedrückt, da der sich der Urlaub nun dem Ende zuneigte.

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Letzte Etappe: Fahrt von Östersund nach Stockholm

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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An diesem Morgen des 9. Tages unserer Schweden-Tour fuhr die Inlandsbahn pünktlich um 8.15 Uhr in Östersund ab. Kurz nachdem wir den Ortsteil Brunflo passiert hatten und der See Locknesjön auftauchte, informierte uns die Zugbegleiterin, dass hier vor über 400 Millionen Jahren ein Meteorit einschlug.  Einige Zeit später hielten wir in der Gemeinde Hackas. Dort soll die älteste Kirche der Provinz Jämtland stehen.

Die schwedische Inlandsbahn

Unsere letzte Etappe mit der schwedischen Inlandsbahn.

Das Wetter war an diesem Morgen sehr sonnig, so dass sich uns während der Zugfahrt ein malerisches Panorama bot. Auch der am südlichen Ende des Sees Storsjön liegende Ort Svenstavik bot eine traumhafte Kulisse. Von der Zugbegleiterin erfuhren wir , dass sich hier die Hoverberggrotte befindet. Entdeckt wurde diese 1897 von Jöns Väst im Hoverberg. Von Besuchern kann diese über eine Stahltreppe betreten werden, die etwa 12 Meter in die Tiefe führt.  Unten in einem Vorraum angekommen, gelangt man auf einer weiteren Treppe einen steilen Abgang hinunter in das Innere der Höhle, deren Länge 170 Metern betragen soll.

Teile der Grotte werden seit Beginn des Jahres 2010 mit grünem und rotem Licht beleuchtet. Einer Legende zufolge wohnte hier früher ein Berggeist namens Hoverbergsmann.  Als jedoch die Menschen die Grotte erkundeten, verließ er diesen Ort.

Bahnhof von Åsarna

Zwischenhalt in Åsarna – Dieser Ort ist auch unter dem Namen „Golden Village“ bekannt.

Unser nächster Halt war der Ort Åsarna, an dessen Raststätte wir auf der Hinfahrt zu Abend gegessen hatten. Die Gemeinde ist auch unter der Bezeichnung „Golden Village“ bekannt, denn der dortige Sportverein brachte viele Medaillengewinner beim Skifahren hervor. Hier gibt es auch ein Ski- sowie ein Klomuseum. Letzteres gilt als das einzige seiner Art in Europa.

Auf unserer Weiterfahrt passierten wir den Ort Röjan. Das gesamte Gebiet gilt als menschenarm, jedoch bärenreich. Hier gibt es viele Wasserfälle und Stromschnellen. Zudem verfügt die umliegende Region über gutes Angebot für Angler, wie zum Beispiel den See Lilla Sörtjärn.

Der auf der weiteren Strecke liegende Ort Överhogdal ist vor allem für seine fünf Wandteppiche aus der Wikingerzeit bekannt. Diese wurden im Jahr 1909 bei der Renovierung der dortigen Kirche gefunden. Nach C14-Messungen entstanden diese zwischen 1040 und 1170 nach Christus. Mittlerweile befinden sich die Teppiche im Jämtli-Museum in Östersund. Später passierten wir die Gemeinde Ytterhogdal. Neben der Inlandsbahn führt hier die Europastraße 45 durch. Der Ort selbst gilt als der Mittelpunkt Schwedens. Er liegt ca. 40 Minuten mit dem Auto von drei größeren Skigebieten entfernt.

Unser nächster Halt war die Gemeinde Sveg, an dessen Bahnhof wir bereits auf der Hinreise pausierten. Wie schon im Abschnitt „Unsere erste Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Östersund“ erwähnt“, ist dieser Ort seit den 1270ern als Thingplatz bekannt, zudem war er bis ins 19. Jahrhundert ein Kirchenzentrum.

Die Brücke, die wir bei unserer Weiterfahrt passierten,  spielte eine große Rolle in einem Buch von Henning Mankell („Die Rückkehr des Tanzlehrers“). Sie wurde sogar nach diesem berühmten Kriminautor benannt (Mankellbron).

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Mittagessen in Fagelsjö

Unser Mittagessen nahmen wir in Fagelsjö ein. In dem Ort gibt es ein Bauernhofmuseum sowie Holzhäuser, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden (Hälsingehof). Es fing an zu regnen, so dass ich mich mit meinem Sandwich zurück in den Zug verzog.

Nach einer halben Stunde Pause bewegte sich unsere Bahn weiter gen Süden. Nahe Fagelsjö gibt es den Hamra-Nationalpark, der früher einmal der kleinste Nationalpark Schwedens galt. Als nächstes fuhren wir an einer Wasseraufnahmestelle bei Älvho vorbei, einem beeinduckenden Konstrukt aus Holz.

Im Folgenden führte uns die Bahn durch den Bezirk Orsa Finnmark. Bekannt ist dieser durch seine hohe Bärenpopulation, die als die dichteste wildlebende Schwedens gilt. Die Zugbegleiterin erzählte uns, dass gerade erst gestern von der Inlandsbahn aus ein Bär gesichtet wurde. Im 17. Jahrhundert siedelten in der Region Finnen, die viele Namen der umliegenden Orte prägten.

Zug nach Stockholm

Der Zug nach Stockholm fuhr pünktlich in Mora ab.

Wie auf der Hinfahrt hielten wir auch jetzt an der Schlucht Storstupet mit ihrer imposanten Stromschnelle. Der Zug traf pünktlich in Mora ein. Bis zu unserer Weiterfahrt nach Stockholm hatten hier noch 30 Minuten Aufenthalt. Da es wieder anfing zu regnen, zog ich mich in das dortige Bahnhofsgebäude zurück. Der Inter City nach Stockholm stand rechtzeitig bereit und fuhr auch pünktlich los. Da Sonntag war und offenbar viele Wochenendpendler in die Hauptstadt zurück fuhren, war der Zug voll belegt. Zum Glück hatten wir unsere Plätze im Vorfeld reserviert.

Gegend Abend trafen wir in Stockholm ein. Das Hotel lag ein Stück vom Bahnhof entfernt, so dass wir noch einige Meter zu laufen hatten. Unser Zimmer befand sich im Untergeschoss und war ohne Fenster, was jedoch oftmals üblich in den nordischen Ländern ist, denn hier sind die Nächte lange hell. Wir ruhten uns eine Weile im Zimmer aus, dann stärkten wir uns am Bahnhof bei einem thailändischen Imbiss. Anschließend machten wir uns noch einmal auf den Weg in die Altstadt in einen Irish-Pub. An diesem Abend spielte dort eine Band. Bei guter irischer Musik und einem kühlen Kilkenny ließen wir den doch recht langen Tag ausklingen.

Irish Pub in Stockholm

Den Abend ließen wir gemütlich in Stockholm in einem Irish Pub ausklingen

Vilhelmina

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Nach der Anstrengung der letzten Tage schliefen wir an dem Morgen nach unserer Ankunft in Vilhelmina erst einmal aus.  Unser Frühstück nahmen wir daher recht spät ein.  Für den ganzen Tag war Regen angesagt. Das schlechte Wetter lockte uns so gar nicht nach draußen, daher setzten wir uns in die Hotellobby und warteten erst einmal ab. Doch der Regen ließ nicht nach.  Das dänische Ehepaar, das die ganze Zeit über zu unseren Mitreisenden gehörte, kam nach einiger Zeit dazu.

Blick in den alten Ortskern von Vilhelmina

Blick in den alten Ortskern von Vilhelmina

Von beiden erfuhren wir, dass die Touristeninfo bis 14.00 Uhr geöffnet hatte und dass es die Straße weiter runter ein kleines Museum zur samischen Kultur gab. Daher rafften wir uns schließlich doch noch auf. Wir gingen zunächst zur Touristeninformation und erfuhren dort, dass dieses Museum noch bis 15.30 Uhr offen war.

Wir machten uns auf den Weg dorthin.  Es handelte sich um eine nette kleine Ausstellung, die in einem Raum untergebracht war. Zu sehen gab es hier zahlreiche Bilder, Werkzeuge, Geschirr, Schmuck etc. zur samischen Kultur. Leider war das Fotografieren nicht erlaubt. Zum Museum gehörte auch ein Shop mit vielen schönen Souvenirs aus der Region.

Vilhelmina Museum

Eingang zu dem kleinen Museum in Vilhelmina – in diesem erwarteten uns etliche Exponate zur samischen Kultur

Wir kamen mit dem Inhaber der Ausstellung ins Gespräch. Dieser meinte mit einem Augenzwinkern, das Wetter sei zwar schlecht, jedoch gut für sein Geschäft. Wir kaufen ein paar Souvenirs, u. a. eine Tasche, Behälter für Zahnstocher und einen Kühlschrankmagnet.

Später machen wir uns auf den Weg ins Samidorf, in dem Michael gestern bereits war, jedoch noch nicht ich. Der Weg ging sehr steil nach oben. Das Dorf bestand aus einigen Sami-Hütten und ist durchaus sehenswert. Allerdings hatten wir oben eine regelrechte Plage mit den Mosquitos. Man konnte kaum in Ruhe fotografieren, da sich die Viecher auf die Hände und auch ins Gesicht setzen.

Sami-Dorf in Vilhelmina

Das Sami-Dorf auf einer Anhöhe in Vilhelmina – leider wurden wir hier von zahlreichen Mosquitos gestört.

Nachdem wir noch die nahegelegene Kirche fotografiert haben, gingen wir in ein nahegelegenes Café und stärkten uns bei Kaffee und Kuchen erst einmal. Danach ging es zurück ins Hotel. In der Lobby machten wir es uns erst einmal gemütlich und warteten die verbleibende Zeit ab, bis wir uns auf den Weg zum Bahnhof machten. Es regnete nach wie vor.

Bei unserer Ankunft am Bahnhof stand der Zug schon bereit. Nun ging unsere Reise weiter gen Süden. Es regnete weiterhin. Unser erster Halt war der Ort Dorotea. Da der Zug sehr gut in der Zeit lag, hatten wir dort 10 Minuten Aufenthalt.

Der Zugbegleiter empfahl uns, die Halle im alten Bahnhof anzuschauen, da diese wohl sehr sehenswert war. Allerdings waren die Türen abgeschlossen, so dass dies nicht möglich war.

Schweden Vilhelmina Rege

Dauerregen heute den größten Teil des Tages

Während der anschließenden Weiterfahrt regnete es noch immer. Unser nächster Halt war Hoting mit der historischen Dampflok am Bahnhof. Wegen des Regens stieg aber niemand aus. Die Dampflok hatten wir auf dem Hinweg schon gesehen und ausgiebig fotografiert. Langsam ließ der Regen nach, und die Wolkendecke sah heller und freundlicher aus. Kurz darauf zeigte sich die Sonne.

Wir erreichten Östersund pünktlich und kamen trockenen Fußes im Hotel an. Wie auf der Hinfahrt aßen wir wieder in dem gegenüberliegenden Pub zu Abend. Bei mir gab es heute Rentier Medium. Es handelte sich hierbei um ganz feines Steakfleisch, eine absolute Köstlichkeit. 🙂

Die erste Etappe der Rückfahrt mit der Inlandsbahn nach Vilhelmina

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An diesem Morgen frühstückten wir sehr zeitig in unserem Hotel in Gällivare, denn heute stand die Rückfahrt mit der Inlandsbahn an. Unser Ziel war die lappländische Stadt Vilhelmina, die sich sehr schön gelegen an einem See befindet. Die Bahn fuhr bereits um 7.50 Uhr ab, daher hatten wir bereits unsere Koffer am Vorabend gepackt.

See in Schweden

Auf dem Rückweg mit der Inlandsbahn in Richtung Vilhelmina empfing uns nach wenigen Kilometern strahlend blauer Himmel

Auf dieser Etappe empfing uns dieselbe Zugbegleiterin wie am ersten Tag. Sie hieß Linda, charakteristisch bei ihr waren die Blumen im Haar, die sie bereits auf der Hinfahrt trug. Schon auf dieser ersten Etappe erzählte sie uns vieles über die Regionen, durch die wir fuhren. Heute war Freitag, der Tag vor dem Mittsommerfest. Noch war der Himmel sehr wolkenverhangen, nach nur wenigen Kilometern löste sich die Bewölkung jedoch auf. Strahlend blauer Himmel kam zum Vorschein. Dieser ließ die Landschaft gleich ganz anderes erscheinen.

Polarkreis in Schweden

Der Polarkreis dieses Mal bei gutem Wetter

Wir fuhren über viele Brücken, sowie an Seen und Staudämmen vorbei. Im Zug bestellten wir unser Mittagessen für 11.00 Uhr. Schließlich passierten wir den Polarkreis, an dem wir erneut hielten. Im Gegensatz zur Hinfahrt empfing uns traumhaftes Wetter, so dass wir viele schöne Fotos machen konnten. Das Mittagessen fand später in einem kleinen Ort direkt im Bahnhofsgebäude statt. Wir wurden von einer kleinen Gruppe Kinder und auch Erwachsener empfangen, die anlässlich des bevorstehenden Mittsommerfestes um einen Maibaum tanzten, ganz in ursprünglicher schwedischer Tradition.

Tanz um den Maibaum zu Mittsommer

Tanz um den Maibaum anlässlich des bevorstehenden Mittsommerfestes

Bei Mittagessen hatte ich mich für eine Salatplatte entschieden, die sehr lecker und erfrischend war. Da wir vorher noch ausgiebig den „Tänzern“ um den Maibaum zugesehen hatten, war die Zeit zum Essen recht knapp. Wir mussten uns zum Schluss sehr beeilen.

Weiter ging es in Richtung des Ortes Arvidsjaur, wo wir auf der Hinfahrt auch übernachtet hatten. Hier hatten wir einen längeren Zwischenstopp, denn die Lok musste aufgetankt werden. Danach fuhr der Zug weiter nach Sorsele. Diese Strecke hatten wir auf der Hinfahrt mit dem Bus zurückgelegt, worüber ich in dem Kapitel „Unsere zweite Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Arvidsjaur“ berichtet habe. Auf diesem Abschnitt gab es viele Rentiere am und im Gleis, daher musste die Bahn zwischenzeitlich auch halten. Endlich kamen wir zu unseren Fotos. 😀

Inlandsbahnen in Schweden nebeneinander

Die beiden in entgegengesetzte Richtungen fahrenden Inlandsbahnen treffen sich in Sorsele

Nach unserer Ankunft in Sorsele hatten wir 15 Minuten Aufenthalt. Hier begegneten wir der Inslandsbahn, die gen Norden fuhr. Die nächste Etappe Richtung Vilhelmina verlief ohne größere Zwischenfälle. Unser Abendessen nahmen wir bereits um 16.15 Uhr im Rasthaus in Vilhelmina-Nord ein, in dem wir auch schon auf der Hinfahrt eingekehrt waren. Wegen Mittsommer gab es Lappland-Buffet. Wir wollten jedoch lieber Salat mit Krabben wir auf der Hinfahrt. Nach nur weiteren drei Kilometern erreichten wir schließlich unsere heutige Endstation, den Bahnhof von Vilhelmina.

Ausgestopfter Bär

Dieser freundliche Zeitgenosse empfing uns in der Hotellobby in Vilhelmina

Mit unseren Koffern bewegten wir uns zu Fuß zu unserem Hotel. Nach unserem Check-In ruhte ich mich erst einmal für eine halbe Stunde in unserem Hotelzimmer aus, denn ich war sehr müde. Michael hingegen machte sich sofort auf den Weg in den Ort, da momentan noch die Sonne schien und er einige gute Aufnahmen machen wollte. Er besuchte die Kirche sowie einige im Wald gelegene Häuser der Sami. Später kam ich ihm entgegen. Wir machten uns durch die alten Ortskern auf den Weg in Zentrum. Wir hofften, einiges von den Mittsommer-Feierlichkeiten mitzubekommen. Wie wir von einer der Zugbegleiterinnen erfahren hatten, wurde dieses Ereignis bereits am Vortag gefeiert.

See in Vilhelmina in Schweden

Toller Ausblick von unserem Hotelzimmer aus auf den See in Vilhelmina

Doch leider hatten wir kein Glück. Der Ort war wie ausgestorben, nirgends gab es etwas von diesen Feierlichkeiten zu sehen. Sämtliche Geschäfte und auch Gaststätten hatten geschlossen.  Wie es aussah, fand das große Ereignis ganz woanders statt. Da wir sehr früh zu Abend gegessen hatten, verspürten wir mittlerweile wieder Hunger. Daher kehrten wir in einem Pizza-Imbiss ein, der geöffnet war. Danach machten wir uns auf den Rückweg und verbrachten einen gemütlichen Abend im Hotel.

Das Laponia Zentrum in Gällivare

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Gegen Abend besuchten Michael und ich das Laponia Zentrum in Gällivare. Hierbei handelt es sich um ein kleines Museum, das sich im ersten Stock des dortigen Bahnhofs über der Touristeninformation befindet. Mit der Mitarbeiterin, die uns in die Räumlichkeiten ließ, war Michael bereits bekannt, da er heute schon quasi ein Dauergast in dem Reisezentrum war.

Bahnhof in Gällivare

Im Bahnhof in Gällivare ist auch die Touristeninformation untergebracht. Im ersten Stock befindet sich zudem das Laponia Zentrum – eine Ausstellung über die Geschichte und das Leben in Lappland

In der sehr interessanten Ausstellung erfährt man so einiges über die Geschichte Lapplands und wie die Menschen dort früher gelebt haben und heute noch leben. Zudem sind hier zahlreiche Tiere zu sehen,  die in Lappland zu Hause sind, wie zum Beispiel Bären, Füchse, Luchse, Wölfe, der Vielfraß oder auch Elche. Und natürlich darf das Rentier nicht fehlen! Direkt im Eingangsbereich fanden wir ein besonders schönes vor, das wir ausgiebig fotografierten. Rentiere hatte ich bereits einige während der Busfahrt nach Arvidsjaur gesehen, allerdings war ich an keinem so nahe dran!

Rentier

Ein Rentier ganz aus der Nähe

Interessant war auch die in dem Museum ausgestellte Fotostrecke einer Sami, die sich noch mit der traditionellen Rentierzucht befasst. Sehr eindrücklich zeigt diese hierbei Szenen aus dem Alltag der Züchterin, zu denen unter anderem auch das Trainieren der Tiere mit dem Halfter zählt. Zu sehen ist auf den Bildern auch das sogenannte Zusammentreiben der Rentiere, das in der Regel im Frühjahr und im Herbst stattfindet. Hierzu gehören das Zählen, Markieren und Sortieren der „Herdenmitglieder“. Zudem werden die schlachtreifen Tiere eingefangen. Diese Rentierscheidung gilt als Jahreshöhepunkt der Züchter. Vor allem früher war die Rentierzucht die Lebensgrundlage der Sami. Doch leider können heutzutage immer weniger davon leben. Daher glauben viele nicht mehr an eine Zukunft für ihre Traditionen.

Szenen aus dem Alltag einer Rentierzüchterin

Szenen aus dem Alltag einer Rentierzüchterin

In der Ausstellung fielen mir besonders interessante in einer Glasvitrine ausgestellte Schuhe ins Auge, die ich unbedingt fotografieren musste. Gefertigt waren diese aus Fell und Leder. Offenbar handelte es sich hierbei ebenfalls um ein Erbe aus der samischen Kultur.

Unser Abendessen nahmen wir im hoteleigenen Steakhaus ein. Das Essen war dort wirklich hervorragend! Nun befanden wir uns am nördlichsten Punkt unserer Reise. Morgen sollte es wieder gen Süden gehen. Da unser Zug bereits um 7.50 Uhr startete, ließen wir den heutigen Abend rechtzeitig ausklingen.

Schuhe aus Lappland

Schuhe aus Lappland

Impressionen vom Culture Trail in Gällivare

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Nach einer kleinen Kaffeepause beschloss auch ich, den rund 3 Kilometer langen Culture Trail in Gällivare zu laufen. Michael war ihn bereits nach seinem Besuch der LKAB-Mine gegangen, trotzdem begleitete er mich ab dem Bahnhof noch ein Stück. Der erste Teil der Strecke führte an den Bahngleisen entlang. Von hier aus hatten wir einen herrlichen Blick auf den Berg Dundret. Auf diesem Abschnitt befand sich auch eine sehr schöne samische Kirche aus dem Jahr 1747. Errichet wurde diese, um die Ureinwohner Lapplands zum Christentum zu bekehren.

Berg Dundret

Blick vom Culture Trail aus auf den Berg Dundret

Später machte der Weg eine Linkskurve. Ab hier ging ich alleine weiter. Auf der rechten Seite war das malerische Schloss Fjällnas zu sehen, an dem ich bereits am Vormittag vorbei gekommen war. Weiter ging an vorbei an Wohnhäusern und Gärten, die am Rand des Ortes lagen. Ich genoss den Spaziergang in vollen Zügen. Der Weg führte weiter in ein Waldstück, vor dem sich auch ein Campingplatz befand. Auf der anderen Seite war eine sehr schöne alte Mühle zu sehen. Ein Stück weiter lag rechterhand ein historisches samisches Dorf mit den traditionellen Bauten der Ureinwohner Lapplands, das ich ausgiebig fotografierte. Der Weg führte weiter zu einem Fluss, an dem ich innehielt und die einmalige Atmosphäre der Natur auf mich wirken ließ. Nachdem ich eine Weile dem Rauschen des Wassers zugehört hatte, machte ich kehrt, denn so langsam verspürte ich Hunger.

Die nachfolgenden Bildaufnahmen zeigen einige Impressionen des Culture Trails:

Die samische Kirche in Gällivare aus dem Jahr 1747

Die samische Kirche in Gällivare aus dem Jahr 1747

Gelbe Blume am Wegesrand

Ein einsames Blümchen am Wegesrand

Alte Windmühle

Eine alte Windmühle

Samische Behausung

Historische Behausung der Sami in Gällivare

Gällivare Fluss

Innehalten am Fluss außerhalb von Gällivare