Die LKAB Mine in Malmberget

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Heute möchte ich über die LKAB Mine in Malmberget berichten. Diese besuchte ich allerdings nicht selbst, sondern mein Lebensgefährte Michael. Wie bereits in meinem letzten Beitrag geschrieben, erkundete ich an diesem Vormittag Gällivare inklusive des dortigen Heimatmuseums. Nach dem Frühstück machte sich Michael auf den Weg zu der gegenüber unseres Hotels liegenden Touristeninformation. Dort erfuhr er, dass der Trip zur LKAB Mine bereits um 9.30 Uhr startete, eine halbe Stunde früher als in den Reiseunterlagen aufgeführt. Da die Zeit knapp war, rannte er noch schnell ins Hotel, um seine Jacke und die Kamera zu holen.

Schläge und Eisen

Schlägel und Eisen- das traditionelle Werkzeug eines Bergarbeiters (Quelle: Wikipedia)

Die Tour startete in zwei Vans, die eine wurde in schwedischer, die andere in englischer Sprache durchgeführt.  Außer Michael nahm lediglich ein weiterer Tourist aus den Niederlanden an der Führung teil, der jedoch gut Deutsch sprach. Der Guide selbst konnte aber nur Englisch…

Während der Fahrt zur LKAB Zentrale wurde mit Hilfe eines Monitors über das Unternehmen LKAB, die Erzförderung, die Verarbeitung dieses Elements bis hin zum Endprodukt (Pellets) berichtet. Bei LKAB, als Abkürzung für Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag, handelt es sich um ein schwedisches Bergbauunternehmen mit Sitz in Luleå, das bis heute vorwiegend Eisenerz fördert. Die zugehörige Malmberget Mine gilt als eine der größten Eisenerzminen in Schweden. Insgesamt verfügt sie über eine jährliche Produktionskapazität von mehr als fünf Millionen Tonnen Eisenerz. Die neue Hauptebene befindet sich auf 1250 Metern Tiefe, während der tiefste Punkt des Stollens 1390 Meter unter der Erde liegt. Obwohl die Vorführung auf dem Monitor sehr lehrreich und interessant war, fühlte sich Michael teilweise sehr an Vertriebspräsentationen erinnert 😀

Eisenerzpellets

Eisenerzpellets (Foto: Arnoldius; Quelle: Wikipedia)

Der Holländer kannte sich mit der Materie selbst sehr gut aus und stellt viele Fragen. Die Tour startete in einem Umkleideraum, Gummistiefel und Jacke wurden angezogen und ein Helm durfte auch nicht fehlen. Das Fotografieren während der Führung unter Tage war leider nicht erlaubt. Die Tour hinunter in den Stollen fand im PKW statt, es ging bis auf die in 1250 Metern Tiefe liegende Hauptebene. Viele Tunnels und Abzweigungen waren zu sehen, auch eine Reparaturwerkstatt für Bagger und andere Gerätschaften. Schließlich ging es wieder nach oben,  in ca. 500 m Tiefe wurde erneut gestoppt. Obwohl sich Michael immer noch sehr tief unter der Erde befand, hatte er guten Handyempfang. Als Andenken nahm er einige Steine aus dem Stollen mit.

Am Ende der Führung bekamen die Teilnehmer noch zusätzlich zwei Palets geschenkt. Danach ging es wieder zurück zum Bahnhof in Gällivare. Michael verbrachte hier noch einige Zeit. Er hoffte, noch einen jener Güterzüge zu sehen, die von der Mine bis zur Ostsee fahren. Deren Loks gelten als die stärksten auf der ganzen Welt. Zudem verfügen sie über unzählige Waggons. Leider kam keiner dieser Züge. Daher ging Michael schließlich noch einmal in die Touristeninformation. Hier wurde ihm der sogenannte Culture Trail empfohlen, ein Rundgang durch Gällivare und Umgebung von rund zwei Kilometern. Von diesem werde ich in meinem nächsten Beitrag noch ausführlich berichten.

Danach ging Michael noch einmal zur Bahnlinie, um nach einem der Güterzüge Ausschau zu halten, auch dieses Mal leider erfolglos. Daher ging er zurück zum Hotel, in dessen Eingangbereich wir aufeinanderstießen. Hier legten wir erst einmal die bereits erwähnte Kaffeepause ein.

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Rundgang durch Gällivare und Besuch des Heimatmuseums

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Nach einem ausgiebigen Frühstück machte sich mein Lebensgefährte auf den Weg zur Touristeninformation. Von dort aus startete der Bus zur LKAB Mine in Malmberget, die durch den Abbau von Eisenerz einen überregionalen Bekanntheitsgrad erlangt hat und von Besuchern besichtigt werden kann. Da ich von der kurzen letzten Nacht noch ein wenig geschlaucht war, beschloss ich, vor Ort zu bleiben und erst einmal einen Spaziergang durch die Gemeinde Gällivare zu unternehmen. Auch wollte ich das dortige Heimatmuseum besuchen. Daher schaute ich als erstes, wo sich dieses befand. Den Besuch der Ausstellung selbst verschob ich allerdings auf die Mittagszeit, da ich zunächst noch ein wenig Gällivare erkunden wollte.

Die Neue Kirche in Gällivare

Die Neue Kirche in Gällivare

Zunächst ging ich zu der sehr sehenswerten Neuen Kirche, um einige Fotos zu machen. Gerne wäre ich hineingegangen, denn die Lichter in den Fenstern sahen so einladend aus. Dies war jedoch wegen einer Feier nicht möglich. Also lief ich weiter durch ein Wohngebiet in Richtung Ortsausgang. Von Weitem sah ich auf einer Anhöhe das Schloss „Fjällnäs, das ich sehr beeindruckend fand. Um dieses zu fotografieren, ging ich näher an das Bauwerk heran. Danach machte ich noch einige Panoramafotos von dem Fluss, den Häusern sowie dem Berg Dundret.  An dem Fluss befand sich auch eine Brücke, just in dem Moment kam ein Güterzug.

Schloss Fjällnäs in Gällivare

Das eindrucksvolle Schloss „Fjällnäs“ in Gällivare

Doch als ich anfing zu filmen, schaltete sich zu meinem Ärger die Kamera aus, da meine Speicherkarte voll war. Nachdem ich diese ausgetauscht hatte, wartete ich noch eine Weile auf einen nachfolgenden Zug, doch es kam leider keiner. Danach ging ich in den Ort zurück und lief in Richtung des Heimatmuseums.

Die in einer ehemaligen Schule untergebrachte Ausstellung hielt einiges sehr Sehenwertes rund um die samische Kultur sowie die ersten Siedler Lapplands bereit, auch einige einheimische Tierarten waren hier ausgestellt. In einem der Räumlichkeiten gab es sogar eine richtige Holzhütte aus Zeiten der ersten Siedler mit einer nachgebauten Feuerstelle im Inneren, die man auch betreten durfte. Ich fühlte mich weit in die Vergangenheit zurückversetzt und konnte mir ein gutes Bild davon machen, wie einfach die Leute damals lebten. In einem anderen Bereich sah ich eine Vielzahl an Werkzeugen, die die Sami in ihrem Alltag verwendeten. Auch Geschirr und Schmuck aus dieser Kultur konnte ich hier bestaunen.

Heimatmuseum in Gällivare

Das Heimatmuseum in Gällivare – untergebracht in einer ehemaligen Schule

Auf der mittleren Etage des Heimatmuseums befand sich zudem ein Shop mit vielen Souvenirs aus der Region. Ich kaufte mir einen schönen Kühlschrankmagneten mit der Aufschrift „Lappland“, auf der ein Husky abgebildet war. Beim Bezahlen unterhielt ich mich kurz mit der Angestellten, die aus Deutschland kam.

Danach ging ich zum Bahnhof, um auch von diesem Fotos zumachen. Im Anschluss unternahm ich noch einen Spaziergang in ein Wohngebiet auf der anderen Seite der Bahnlinie, um den Berg Dundret noch einmal aus der Nähe zu fotografieren. Dann ging ich zurück zum Hotel, wo ich im Eingangsbereich meinen Lebensgefährten traf, der auch gerade zurück gekommen war. In der Hotellobby tranken wir gemeinsam einen Kaffee, und wir erzählten uns gegenseitig von unseren Erlebnissen. Von seiner Tour in die Bergarbeitermine werde ich in meinem nächsten Beitrag berichten.

Bahnhof in Gällivare

Der Bahnhof in Gällivare

Berg Dundret

Der Berg Dundret – aufgenommen von einem hinter der Bahnlinie gelegenen Wohngebiet

Gällivare: Fahrt durch eine ehemalige Bergarbeitersiedlung und auf den Gipfel des Berges Dundret

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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21. Juni 2017, ab 22 Uhr: Unsere Rundfahrt durch Gällivare und die benachbarte Umgebung mit dem Bus startete zunächst durch die ehemalige Bergarbeitersiedlung Malmberget. Per TV erhielten wir einige Informationen über den Ort, unter anderem die Anfänge und die Entwicklung des Eisenerzabbaus.

Blick auf den Ort Malmberget in Schweden

Blick auf die frühere Bergarbeitersiedlung Malmberget. (Quelle: Swedish Wikipedia * Malmberget med „Gropen“ * Foto av sv: Användare: Vinterfrid, Februar 2005)

1741 wurde das Mineral hier zum ersten Mal 1741 gebrochen. Nach der Fertigstellung der Erzbahn im Jahr 1888 zwischen dem Ostseehafen Luleå bis zu den Gruben begann ein sogenannter „Erzrausch“, der durchaus vergleichbar mit dem Goldrausch in Nordamerika war. Die erste Zeit wohnten die hier eingesetzten Bergmänner in Hütten, die sie aus leeren Dynamitkisten errichtet hatten.

Durch Malmberget erstreckt sich eine 250 Meter tiefe Grube, die die Gemeinde in zwei Hälften teilt. Aufgrund der zunehmenden Einsturzgefahr werden ständig Gebäude und Wege abgerissen. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat sich die Einwohnerzahl stark vermindert. Auch hierfür ist die Ausdehnung der vom Einsturz bedrohten Zone einer der vorwiegenden Gründe. Es erfolgte eine Umsiedlung der Menschen in das drei Kilometer entfernte Gällivare.

Auf dem Berg Dundet mit heißen Getränken

Bei Ankunft auf dem Berg Dundret wurde ein Tisch mit heißen Getränken aufgebaut. Trotzdem war es auch aufgrund des eisigen Windes bitterkalt.

Der heute ungenutzte Streifen zwischen den beiden Ortsteilen von Malmberget ist rund 500 Meter breit. Der etwas dichter besiedelte Westteil heißt weiterhin Malmberget. In diesem befindet sich auch die meisten öffentlichen Einrichtungen. Der östliche Teil trägt den Malmberget östra („Malmberget Ost“).

In Malmberget finden Besucher ein Grubenmuseum vor, in dem sie umfassende Informationen über die Geschichte des örtlichen Erzbergbaus bis in die heutige Zeit erhalten. Auch eine einzigartige Mineralsammlung und sowie eine Fotoausstellung können hier besichtigt werden.

Blick vom Berg Dundet ins Tal bei dichtem Nebel

Auf dem Gipfel der Berges Dundret: Von hier aus hat man normalerweise um diese Zeit zur Sommersonnenwende einen herrlichen Ausblick mit der Mitternachtssonne ins Tal.

Um 23 Uhr fuhren wir mit dem Bus schließlich hinauf auf den insgesamt 823 Meter hohen Berg Dundret, auf dem bei gutem Wetter die Mitternachstsonne zu sehen ist. Doch leider hatte sich diese heute aufgrund der Witterung hinter den Wolken versteckt. Uns erwartete dichter Nebel und ein eisiger arktischer Wind mit leichtem Graupel. Die Außentemperatur betrug 1° C. Auf dem Berg angekommen verließen alle Fahrgäste den Bus. Draußen wurde vom Busfahrer ein Tisch mit Kaffee und heißem Tee aufgebaut. Trotz allem hielt man es augrund des eisigen Windes in der freien Natur nicht lange aus. Wir liefen zu der Stelle, an der aus man normalerweise den genialen Blick mit der Mitternachtssonne ins Tal hat. Leider sah man außer einigen Umrissen gar nichts.

Wetterstation auf dem Berg Dundet im schwedischen Gällivare

Auch die Radio- und Wetterstation auf dem Berg Dundret lag heute in dichtem Nebel

Auf dem Berg Dundret befindet sich zudem eine Wetterstation, die jedoch auch an diesem Tag im Nebel lag.  In einer Wetterstation oder Wetterhütte kommen verschiedene Messgeräte zum Einsatz, die zur Bestimmung meteorologischer Größen und daher der Wetterbeobachtung an einem bestimmten Ort dienen. Diese feinmechanischen Messinstrumente werden von unterschiedlichen Anbietern vertrieben, unter anderem auch von Balticproducts.eu, einem schwedischen Familienunternehmen mit Sitz in Orrefors. Des Weiteren werden Wetterstationen für staatliche Wettermessungen sowie Wettervorhersagen genutzt.

Während unseres nicht allzu langen Aufenthalts auf dem Berg Dundret froren nach kürzester Zeit trotz warmer und wetterfester Kleidung alle. Wir machten noch schnell ein paar Fotos von der Nebelwand, danach traten wir mit dem Bus den Rückweg an. Noch vor Mitternacht kamen wir wieder an unserem Hotel an. Wir unterhielten uns an der Hotelbar noch kurz mit einem Schweizer Ehepaar, das wir bereits von der Fahrt mit der Inlandsbahn her kannten. Unter anderem sprachen wir über das Thema Reisen und Orte, die wir bereits besucht hatten, wie zum Beispiel Island, Mallorca, Kanarische Inseln etc..

 

Über dem Polarkreis – Weiterfahrt mit der Inlandsbahn nach Gällivare

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Bahnhof in Jokkmokk

Der Bahnhof von Jokkmokk – das Zentrum der samischen Kultur in Lappland

Nachdem wir den nördlichen Polarkreis passiert hatten, hielten wir nach einer kürzeren Fahrt im nahegelegenen Jokkmokk. Bei diesem Ort handelt es sich um das Zentrum der samischen Kultur in Schweden. Hier gibt es mehrere Schulen und auch Ausbildungszentren. Des Weiteren ist die Gemeinde für ihren jährlich stattfindenden Wintermarkt (Jokkmokks Vintermarknad) bekannt, bei dem seit 1605 Sami aus ganz Lappland ihre traditionellen Waren anbieten.

Erste Mahlzeit über dem Polarkreis

Unsere erste Mahlzeit über dem Polarkreis – Es gab Rentiergeschnetzeltes und Cloudberries zum Nachtisch

Unsere nächste Pause legten wir zum Abendessen in einem Rasthaus ein. Bei diesem handelte es sich um eine urige Holzhütte, die sich gegenüber eines an einem See gelegenen Campingplatzes befand. Auch die mit Holz verkleideten Innenräume strahlten ein gemütliches Ambiente aus. Draußen gab es zudem ein Räucherhaus, das auch betreten werden konnte. Probiert haben wir Geschnetzeltes aus Rentierfleisch, das sehr lecker schmeckte. Das Fleisch erinnerte mich ein wenig aus einer Mischung von Rind und Wild.

Moltebeere

Unser Nachtisch in Natura: eine reife Cloudberry (auf Deutsch: Moltebeere) Quelle: Wikipedia

Zum Nachtisch gab es Cloudberries, von denen wir vorher noch nichts gehört hatten, die jedoch auch einen guten Geschmack (etwas herb) hatten. Später recherchierte ich nach, um welche Beerenart es sich handelte. Auf Deutsch ist diese Fruchsorte unter dem Namen Moltebeere bekannt. In Mitteleuropa findet man sie sehr selten, verbreitet ist sie vorwiegend im subarktischen und arktischen Raum, vor allem in den folgenden Ländern: Schweden, Norwegen, Finnland, Schottland, England und Russland.

See in Nordschweden

Stimmungsvolles Ambiente an dem nahe des Rasthauses gelegenen See

Nach dem Abendessen haben wir uns draußen noch ein wenig die Beine vertreten. An dem See am Campingplatz waren einige Angler unterwegs, das abendliche Ambiente war sehr stimmungsvoll. Gerne hätten wir noch einige Fotos mehr gemacht, doch der Zugführer kündigte bereits mit der Hupe die Weiterfahrt an. Also begaben wir uns zurück auf unsere Plätze. Bei Abfahrt standen die Mitarbeiter der Raststätte nebeneinander und winkten uns zum Abschied.

Inlandsbahn am Rasthaus in Nordschweden

Die Inlandsbahn wartet bereits zur Weiterfahrt nach Gällivare.

Je weiter wir uns unserem Zielort näherten, desto mehr verschlechterte sich bedauerlicherweise das Wetter. Wir erreichten Gällivare gegen halb neun, leider bei Regen und Nebel. Wir hatten noch genügend Zeit, uns im Hotelzimmer ein wenig frisch zu machen. Um 22 Uhr starteten wir mit dem Bus eine Rundfahrt durch den Ort und die benachbarte Bergarbeitersiedlung Malmberget. Auch sollte uns die Tour auf den Berg Dundret führen, von dem man (allerdings bei klarem Himmel) eine herrliche Aussicht auf Gällivare hat. Von der Fahrt werde ich in meinem nächsten Beitrag berichten.

 

Weiter mit der Inlandsbahn zum nördlichen Polarkreis

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Wald in Schweden

Kurz vor dem Polarkreis – Nach Norden hin werden die Wälder lichter und die Bäume kleiner

Am 21. Juni 2017, pünktlich zur Sommersonnenwende, sollten wir den nördlichen Polarkreis passieren.  Die Bahn fuhr pünktlich um 15.00 Uhr in Arvidsjaur ab. Während der Fahrt zogen weiterhin viele Brücken, Seen und Wälder an uns vorbei. Je weiter wir uns in Richtung Norden bewegten, desto einsamer wurde es um uns herum. Selten sah man einen Ort. Dass wir in Richtung Arktis fuhren, merkte man auch daran, dass die Bäume kleiner und die Wälder lichter wurden. Des Weiteren nahm der Anteil der Birken und Nadelbäume zu.

Schild markiert Nördlichen Polarkreis

Zwischenhalt am Polarkreis – bekannt auch als der 66. nördliche Breitengrad.

Auf dem letzten Abschnitt vor dem Polarkeis passierten wir mehrere Stauseen sowie ein Kraftwerk. Am Polarkreis kamen wir gegen 18.00 Uhr an. Selbstverständlich hielt hier auch die Inlandsbahn, und wir konnten aussteigen. Der Polarkreis, auch als 66. nördlicher Breitengrad bekannt, ist auf beiden Seiten der Strecke mit weiß gestrichenen Steinen gekennzeichnet. Auch weiße Stangen sowie ein großes Hinweisschild markieren ihn. Letzteres war schwierig zu fotografieren, da sich einige der Reisenden davor stellten. Trotzdem sind uns einige schöne Aufnahmen gelungen. Schade war allerdings, dass sich die Sonne an diesem Abend hinter vielen grauen Wolken versteckte. Nach einem ca. 15minütigen Aufenthalt ging es weiter über Jokkmokk in Richtung Gällivare.

Nördlicher Polarkreis

Der nördliche Polarkreis wird von weißen Steinen sowie einem großen Hinweisschild markiert

Arvidsjaur – Begegnung mit Elchen und einem samischen Kirchdorf

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Arvidsjaur See

Der See in Arvidsjaur heute bei Sonnenschein

Nach dem Auschecken aus dem Hotel in Arvidsjaur führte uns unser erster Gang zum nahegelegenen See. Da gerade die Sonne herauskam, konnten wir hier noch einige gute Bildaufnahmen machen. Danach bewegten wir uns quer durch den Ort in Richtung des samischen Kirchdorfes Lappstaden. Da ich bisher auf der gesamten Strecke mit der Inlandsbahn noch keine Elche gesehen hatte, wurde ich in Arvidsjaur dafür entschädigt. Denn auf unserem Weg entlang der Hauptstraße erwartete uns eine eindrucksvolle Statue, die eine komplette Elchfamilie darstellte. Diese posierte auch ganz geduldig für zahlreiche Bildaufnahmen :-D.

Arvidsjaur Statue mit Elchfamilie

Bitte einmal recht freundlich: Eine Elchfamilie im Zentrum von Arvidsjaur

Als wir Lappstaden erreichten, fing es gerade an, stärker zu regnen, so dass wir uns erst einmal bei den Informationstafeln unterstellen mussten. Wir nutzten daher die Zeit, diese ausführlich zu lesen. Das Kirchdorf besteht aus rund 80 Holzhäusern aus dem 17. Jahrhundert, die bis heute noch sehr gut erhalten sind.  Sie dienten als Unterkunft der Sami, die teilweise von weit her anreisten, um ihre Kirchenpflicht zu erfüllen. Diese sah vor,  dass jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Gottesdiensten besucht werden mussten.

Das samische Kirchdorf Lappstaden in Arvidsjaur

Das samische Kirchdorf Lappstaden in Arvidsjaur

Einmal pro Jahr,  und zwar am letzten Augustwochenende, werden die Häuser auch heute noch anlässlich des Großen Versammlungstages der Sami genutzt. Dieser ist vergleichbar mit einem richtigen Volksfest.

Endlich ließ der Regen nach, und die Sonne zeigte sich wieder, so dass wir endlich das Dorf näher in Augenschein nehmen konnten. Danach ging es weiter zu der benachbarten Kirche Arvidsjaur kyrka.

Die Kirche in Arvidsjaur

Die Arvidsjaur kyrka – Erbaut wurde das eindruckvolle aus Holz bestehende Gotteshaus zwischen 1900 und 1902

Das dreischiffige aus Holz bestehende Bauwerk wurde von dem aus Sundsvall stammenden Architekten Gustaf Hermansson im neugotischen Stil entworfen. Ihre Errichtung fand zwischen 1900 und 1902 statt, die Einweihung erfolgte ein Jahr später. Im Inneren der Kirche finden insgesamt 750 Personen Platz.

Als ebenfalls sehr sehenswert in Arvidjaur gilt das dortige Heimatmuseum, das in einem früheren Pfarrhof untergebracht ist. In diesem wird typische Handwerkskunst aus der Region angeboten.  Auf einen Besuch haben wir allerdings verzichtet, da die Ausstellung etwas außerhalb liegt.

Arvidsjaur Figuren

Diese sehr kunstvollen Holzplastiken sahen wir auf dem Weg zum Bahnhof

Nach dem anstrengenden gestrigen Tag gingen wir die folgenden beiden Stunden eher ruhig an und ließen uns in einem Café nieder. Weiterhin kam es immer wieder zu Regenschauern. Wir warteten den richtigen Zeitpunkt ab, um zum Bahnhof zu gehen. Unser Gepäck wurde uns freundlicherweise von dem Mitarbeitern des Hotels dorthin gebracht. Die einfahrende Inlandsbahn hatte insgesamt 15 Minuten Aufenthalt, so dass wir noch einige Fotos von dieser machen konnten. Danach ging es weiter in Richtung Polarkreis.

 

 

Unsere zweite Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Arvidsjaur

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Bahnhof in Östersund-West

Am Bahnhof in Östersund-West – hier fuhr die Inlandsbahn heute schon sehr zeitig ab

Heute mussten wir sehr zeitig aufstehen, denn die Bahn fuhr bereits um 7.21 Uhr in Östersund Västra ab. Nach einem schnellen Frühstück eilten wir mit unseren Koffern zum Bahnhof. Der Tag startete sehr sonnig, so dass wir einige schöne Bild- und Filmaufnahmen der einfahrenden Inlandsbahn machen konnten.

Nach Abfahrt des Zuges aus Östersund sahen mein Lebensgefährte und einige Fahrgäste eine Elchkuh mit ihrem Jungtier. Mir selbst ist dieser Anblick leider entgangen, was ich ein wenig schade fand. Weiter ging es mit der Bahn durch viele schöne Seenlandschaften, über Brücken, durch Wälder und vorbei an der höchstgelegenen Station der Inlandsbahn.

Landstraße in Lappland

Eine Landstraße in Lappland (Vilhelmina), die weiter nach Norden führt

Schließlich erreichten wir Lappland. Im dortigen Vilhelmina aßen wir in einer Hütte zu Mittag. Ich ließ mir einen leckeren und erfrischenden Salat mit Krabben schmecken. Nach dem Mittagessen machten wir einige Filmaufnahmen der dortigen Umgebung. Direkt neben der Hütte verläuft eine Landstraße. Vor allem Wohnmobile fuhren hier an uns vorbei. Leider zog sich der Himmel zu, was hinsichtlich der Fotos etwas schade war.

Storuman Bahnhof

Der denkmalgeschütze Bahnhof in Storuman

Unsere nächste Station mit der Inlandsbahn war der Ort Storuman. Hier gibt es einen denkmalgeschützten Bahnhof mit einer historischen Dampflok, die ihre besten Zeiten längst hinter sich hat. Fahrtüchtig ist sie schon lange nicht mehr. Während unserer Weiterfahrt ereilte uns von der Reiseleitung die Nachricht, dass die gestrige Bahn entgleist ist und daher die von Gällivare kommende nun Gruppe einen Reisebus genommen hat. Ab Sorsele würden wir tauschen und mit dem Bus nach Arvidsjaur weiterfahren.

Bahnhof in Sorsele mit Musikband

Am Bahnhof in Sorsele wurden wir von einer Musikband empfangen

Doch erst einmal ging es weiter mit dem Zug. Laut Reiseleitung gäbe es auf dem folgenden Streckenabschnitt viele Rentiere. Immer wenn dies der Fall sei, würde der Zugführer zweimal hupen. Bei einmaligem Hupen hingegen handle es sich um einen Bahnübergang. Leider blieb dieses Mal das doppelte Hupgeräusch aus, und wir sahen auch keine Rentiere.

In Sorsele wurden wir von einer Band empfangen, die klassische Rocklieder spielte. Das Ganze hörte sich wirklich sehr gut an, so dass ich und einige der Fahrgäste stehen blieben und über einen längeren Zeitraum der Musik lauschten. Am Bahnhof in Sorsele gibt es auch ein Inlandsbahnmuseum, das wir im Anschluss besuchten. Dieses dokumentiert die Entstehung und Geschichte der Zugstrecke und der Bahn, allerdings nur auf Schwedisch.

Schweden-Sorsele-Bahnhof-2

Der Bahnhof in Sorsele – in seinen Räumlichkeiten befindet sich ein kleines Museum, das die Entstehung und Geschichte der Inlandsbahn dokumentiert

Die Weiterfahrt  verzögerte sich um insgesamt eine Stunde, da der Bus sehr spät ankam und der Fahrer eine Pause einlegen musste. Mein Lebensgefährte vertrieb sich die Zeit mit Bildaufnahmen. Direkt neben dem Bahnhof gab es Fahnen verschiedener Länder, die in eine Richtung zeigten und dadurch lesbar sind. Diese fotografierte er ausgiebig. Ich holte mir derweil einen Kaffee und setzte mich auf die Treppen vor dem Museum. Ich genoss die momentane Pause und die Strahlen der Sonne, die gerade herauskam.

Der Reisebus selbst war sehr komfortabel und auch klimatisiert, so dass sich die Weiterfahrt als sehr angenehm gestaltete. Auf diesem Streckenabschnitt sahen wir nun auch Rentiere, insgesamt viermal, davon sogar eine Herde. Ein mitreisender Schwede berichtete uns einen Tag später, dass er vom Bus aus sogar einen Wolf gesehen hat, was bei diesen scheuen Tieren sehr selten vorkommt. Interessant war auch die Aussicht von der Straße aus, wir konnten weit in die hügelige Landschaft Lapplands blicken.

See Arvidsjaur

Ankunft in Arvidsjaur – Unser Hotel liegt in der Nähe eines Sees, der denselben Namen wie der Ort trägt

Bei unserer Ankunft in Arvidsjaur waren wir sehr müde. Im Hotelzimmer angekommen, legte ich mich aufs Bett und schlief sofort ein. Mein Lebensgefährte weckte mich schließlich, denn es war Zeit zum Abendessen. Dieses nahmen wir in dem zum Hotel gehörenden Restaurant ein, das sich an dem nahegelegenen See befand. Das Essen schmeckte sehr gut. Direkt danach unternahmen wir einen kleinen Spaziergang am See entlang, dann ging es zurück in unser Zimmer. Das Hotel war eines der wenigen auf unserer Reise, wo es deutsches Fernsehen gab. Ich sah mir noch einen Film an, danach fiel ich in einen tiefen Schlaf.