Die schwedische Inlandsbahn

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

Inhaltsverzeichnis (einzelne Abschnitte bitte klicken):

Bevor ich weiter über unsere Reise durch Schweden schreibe, möchte ich den heutigen Artikel unserem Fortbewegungsmittel, der Inlandsbahn (schwedisch: Inlandsbanan) und ihrer Geschichte widmen. Diese ist ebenfalls ein Teil der Historie des Landes in der Entwicklung von einer Agrargesellschaft zu einer Industrienation. Das zeigt sich vor allem auch in der Verbindung der Industriestädte des Südens mit den Gemeinden Lapplands, in denen noch nach wie vor die traditionelle Rentierhaltung der Sami eine große Rolle spielt.

Die schwedische Inlandsbahn

Die schwedische Inlandsbahn – ein vor allem bei Touristen sehr beliebtes Fortbewegungsmittel

Im Jahr 2007 feierte die Inlandsbahn ihr 100jähriges Jubiläum, denn 1907 wurde mit der Errichtung der fast 1300 Kilometer langen Strecke begonnen. Der Anlass hierzu war, dass in Schweden Ende seit des 19. Jahrhunderts die Industrie immer stärker gewachsen war.  Im Zuge dessen sollten die Verkehrswege verbessert werden. Die ersten großen Bahnlinien in Schweden wurden schon ab 1840 errichtet. Schließlich sollten jedoch auch abgelegene Regionen mit dem Zug erschlossen werden. Infolgedessen entstand die Inlandsbahn. Mit ihr sollte Holz befördert werden, des Weiteren waren Sägewerke entlang Route geplant. Auch heute noch werden teilweise Holz, Waren und auch Bodenschätze mit dieser Bahn transportiert. Die Bauzeit der Inlandsbahn betrug insgesamt 30 Jahre, die Inbetriebnahme erfolgte nach und nach auf den einzelnen Streckenabschnitten. Am 6. August 1937 weihte der damalige Kronprinz Gustav Adolf die letzte Etappe zwischen Arvidsjaur und Jokkmokk ein.

In den 1960er Jahren erfolgte die Überlegung des Staates, unrentable Bahnstrecken still zu legen. Damals besaß die Inlandsbahn für den Personenverkehr nur noch eine geringe Bedeutung. 1988 teilte man das schwedische Eisenbahnnetz in ein Kernnetz und mehrere Regionalnetze ein. Die Inlandsbahn bildetet hierbei jedoch wegen ihres einmaligen Charakters eine Ausnahme. Anfang der 1990er Jahre sollte schließlich der Personenverkehr komplett auf Busse verlagert werden, was allerdings zu großen Protesten innerhalb der Bevölkerung führte.

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Die Inlandsbahn bei ihrer Entstehung – Foto: Heimatmuseum in Sorsele

Schließlich wurde die Aufgabe des Zugverkehrs durch einen 1991 erfolgten Regierungswechsel verhindert. Infolgedessen wurde das Inlandsbahn-Komitee ins Leben gerufen, das die Strecke in eine regionale Trägerschaft überführte, bei der die Anliegergemeinden und der schwedische Staat gemeinsam die Kosten trugen. Die insgesamt 15 zugehörigen Anliegergemeinden gründeten für den Erhalt der Strecke eine Aktiengesellschaft, deren Aufgabe es letztendlich wurde, die Strecke zu unterhalten, einen Fahrplan zu erstellen und die Investitionsmittel zu verwalten. Die finanzielle Verantwortung für die Infrastruktur der Bahn blieb jedoch beim Staat.

Heute ist die Inlandsbahn vor allem bei Urlaubern ein sehr beliebtes Fortbewegungsmittel. Ihre Route beginnt in dem in Südschweden gelegenen Ort Kristinehamn und endet in dem rund 70 Kilometer über dem Polarkreis liegenden Gällivare. Allerdings sind lediglich noch die nördlicheren 2 Drittel zwischen Mora und Gällivare in Betrieb. Mittlerweile dient die Indlandsbahn fast ausschliesslich als touristisches Verkehrsmittel, mit einem Zugpaar pro Tag.

Da ich diese Reise selbst erlebt habe, werde ich über die einzelnen Stationen, Etappen und Highlights , die die Inlandsbahn zurücklegt, in den folgenden Artikeln näher berichten.

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Ein Kommentar zu “Die schwedische Inlandsbahn

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