Die Johanneskirche – Meine langjährige Nachbarin

Das neugotische Bauwerk ist namensgebend für das Darmstädter Johannesviertel und stellt zudem seinen Mittelpunkt dar.

Meinen heutigen Blogbeitrag möchte ich der Johanneskirche widmen, die sich seit vielen Jahren in meiner Nachbarschaft im Johannesviertel befindet. Mein täglicher Weg führt fast immer an ihr vorbei.

Die Darmstädter Johanneskirche

Die beeindruckende Darmstädter Johanneskirche ist namensgebend für das Johannesviertel, das früher „Blumenthalviertel“ genannt wurde

Das imposante Bauwerk liegt nur zehn Minuten Fußweg vom zentral gelegenen Luisenplatz entfernt. Erbaut wurde die neugotische Kirche nach den Vorlagen des Münchner Architekten Heinrich von Schmidt von dem Kirchenbaumeister Karl Schwartze, ihre Einweihung fand im Jahr 1894 statt. Besonders eindrucksvoll waren die Glasfenster des Gebäudes, die Szenen aus dem Leben Christi und der hessischen Kirchengeschichte darstellten. Leider wurden diese mitsamt des Gotteshauses im Zweiten Weltkrieg zerstört. Glücklicherweise blieben die Kirchenglocken erhalten. Diese waren zuvor nach Hamburg zum Einschmelzen gebracht worden. 1951 fand deren Rückführung nach Darmstadt statt. Heute hängen diese vierstimmigen Glocken in dem 61 Meter hohen Kirchturm.

Nur ein Jahr danach erfolgte der Neuaufbau der Johanneskirche unter Leitung von Oberbaurat Karl Schaefer. Viele der einstigen neugotischen Stilelemente verschwanden im Zuge dessen, da die Gemeinde vor allem für den Innenraum Wert auf eine schlichte Gestaltung legte. Bei der Wiederrichtung wurden des Weiteren die für die Dachdeckung vorhandenen Schieferplatten entwendet. Aus diesem Grund war das Dach über einen langen Zeitraum mit Ziegelsteinen gedeckt.

Der Kirchturm der Darmstädter Johanneskirche

Der 61 Meter hohe Turm der Darmstädter Johanneskirche

2001 fanden an dem Kirchengebäude umfangreiche Restaurierungen statt. Infolgedessen wurde auch das Dach renoviert und mit ungleich großen Schieferplatten gedeckt. Das Gotteshaus ist die Pfarrkirche der evangelischen Johannesgemeinde in Darmstadt. In ihr finden vielseitige Gottesdienste statt, die auf unterschiedliche Alters- und Zielgruppen abgestimmt sind.

Weitere Informationen findet ihr auf der Website der Johannesgemeinde:

http://www.johannesgemeinde.com

Advertisements

Die Veste Otzberg

Mittelalterliches Ambiente im nördlichen Odenwald mit einem tollen Ausblick auf die weitere Umgebung

Unser Ausflug am vergangenen Sonntag hat meinen Lebensgefährten Michael und mich nach langer Zeit wieder einmal auf die historische Veste Otzberg geführt. Diese befindet sich im nördlichen Odenwald auf dem Basaltkegel eines längst erloschenen Vulkans oberhalb des Ortes Hering.

Eingang zur Veste Otzberg

Eingang zur Veste Otzberg

Da das Wetter einfach traumhaft war, herrschte auf dem Burghof reger Betrieb. Viele Besucher ließen sich in dem integrierten Biergarten nieder und genossen die goldene Oktobersonne. Mächtig ragte der im Zentrum des Burghofs gelegene Aussichtsturm in den tiefblauen Himmel. Wir packten unsere Kameras aus und machten einige schöne Fotos von ihm und den umliegenden Gebäuden, danach entschlossen wir uns selbst zu einer Turmbesteigung.

Burghof der Veste Otzberg mit Aussichtsturm

Der Burghof der Veste Otzberg. Linkerhand ist der imposante Aussichtsturm zu sehen.

Die Treppenstufen stehen relativ senkrecht und erinnerten mich ein wenig an eine Hühnerleiter, daher setzte ich vorsichtig einen Fuß nach dem anderen. Oben angekommen, erwartete uns ein traumhafter Blick auf die Umgebung, wie zum Beispiel auf den zugehörigen Ort Hering und das weiter weg gelegene Groß-Umstadt. Da der Himmel recht klar war, konnte man ganz in der Ferne sogar den Taunus erblicken. Dieser herrliche Anblick lud uns zu etlichen farbenfrohen Bildaufnahmen ein. Nach der Turmbesteigung entschlossen wir uns zu einer kleinen Kaffeesession auf dem Burghof.

Veste Otzberg Blick von oben

Blick von der Veste Otzberg auf die weitere Umgebung. In der Ferne konnte man an diesem Tag sogar den Taunus erblicken. Im Vordergrund ist das einstige Kommandantenhaus der Burg zu sehen.

Die Veste Otzberg wurde im 12. Jahrhundert als Vogteiburg erbaut. Im Laufe ihres Bestehens fungierte sie als kurpfälzische Amtsburg, Invalidenkaserne und Gefängnis. Heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel in der Region und darüber hinaus. Vielseitige Burgführungen nehmen Besucher mit auf eine Reise in längst vergangene Zeiten. Des Weiteren finden im Laufe des Jahres eine Vielzahl an Veranstaltungen auf der Veste Otzberg statt. Zu diesen gehören beispielsweise verschiedene Märkte, unvergessliche Rittermahle, die mittelalterlichen Hoftage, das Kinderburgfest, Stickkurse und einige mehr. Für das leibliche Wohl sorgt die im einstigen Kommandantenhaus untergebrachte Burgschänke.

Wer sich über die Geschichte der Burg informieren möchte, kann das Museum der Veste Otzberg besuchen. Dieses befindet sich seit 2012 im ersten Stock des Bandhauses. Mit Hilfe einer sogenannten „Zeitstraße“ wird hier die Historie der eindrucksvollen Festung gezeigt. Zur Hervorhebung bedeutender Ereignisse dienen unter anderem die in Großvitrinen untergebrachten Exponate.

Nachdem wir unseren Kaffee ausgetrunken hatten, wurde es langsam kühler. Daher machten wir uns nach einem kleinen Spaziergang allmählich auf den Rückweg. Auf der Fahrt mit dem Auto stand die Sonne nun tiefer und tauchte die Umgebung in ein schönes warmes Licht.

Veste Otzberg

Ein Teil der Veste Otzberg vor strahlend blauem Himmel

 

 

 

 

Der Darmstädter Herrngarten

Der Herrngarten in Darmstadt

Der Darmstädter Herrngarten – ein beliebtes Ausflugsziel bei Besuchern aller Altersklassen

Mein heutiger Blogbeitrag widmet sich dem Herrngarten, der sich nur fünf Minuten Fußweg von meiner Wohnung entfernt befindet. Dieser gilt als der größte und älteste Park in Darmstadt. Seine Entstehung geht bis ins 16. Jahrhundert zurück, als drei größere und mehrerer kleinere Gärten zusammengelegt wurden. Auf Anordnung der Landgräfin Karoline erfolgte im Jahr 1766 die Umgestaltung des Herrngartens in einen englischen Park. Infolge eines Erlasses durch Großherzog Ludwig I. wurde 1811 die Anlage für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das Herrngartencafé im Darmstädter Herrngarten

Das Herrngartencafé befindet sich im Herzen der weitläufigen Parkanlage. Es lädt zur Einkehr und zum Innehalten ein.

Heute ist sie ein populäres Ausflugsziel bei Besuchern aller Altersgruppen. Hier kann man unter anderem schöne Spaziergänge unternehmen. Zur Einkehr und zum Innehalten lädt zudem das im Herzen der Anlage liegende Herrngartencafé ein. Hier kann man bei einem Kaffee oder einem anderen Getränk dem bunten und lebhaften Treiben im Park zusehen.

Sehr beliebt bei Familien mit Kindern ist der in den Herrngarten integrierte Aktivspielplatz. Zu diesem zählen unter anderem ein Bolzplatz, ein Sportfeld, eine Seilbahn, eine Lagerfeuerstelle, eine BMX-Bahn und eine Tischtennisplatte.

Aktivspielplatz im Darmstädter Herrngarten

Der bei Kindern sehr beliebte Aktivspielplatz liegt im Nordwesten des Parks.

Unmittelbar neben dem Spielplatz befindet sich der 12 Meter hohe Herrngartenberg. Er ist ein Überbleibsel des von 1813 bis 1825 erfolgten Aufbaus des Viertels Mollerstadt. Die bei den Baumaßnahmen ausgehobene Erde wurde an der Stelle des Hügels gesammelt und dort aufgeschüttet. Der daraus entstandene Herrngartenberg fungierte kurzzeitig als Aussichtspunkt mit einem freien Blick in Richtung Norden. Durch die rasant expandierende Stadt wurde diese Sicht jedoch bald darauf zugebaut.

Im Herrngarten befinden sich einige bedeutende Monumente, wie das der Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt gewidmete Denkmal. Sie war die einzige Tochter des letzten Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein. Beigesetzt wurde sie am 19. November 1903 auf der Rosenhöhe. Die Einweihung des Denkmals im Herrngarten zu Ehren der nur acht Jahre alt gewordenen Elisabeth fand im Jahr 1905 statt.

Des Weiteren steht im Herrngarten das Grabmal der Landgräfin Karoline von Hessen-Darmstadt. Deren Beisetzung erfolgte hier am 3. April 1774. Gestiftet wurde die aus Marmor hergestellte Urne von Preußenkönig Friedrich II., mit dem die Landgräfin über viele Jahre eine enge Freundschaft verband. Zwischen den beiden fand ein häufiger literarisch-philosophischer Briefwechsel statt.

Nilgänse im Darmstädter Herrngarten

Der Herrngarten ist nicht nur bei Menschen ein populärer Treffpunkt. 🙂

Sehr sehenswert im Herrngarten sind zudem seine imposanten monumentalen Bäume, die sich an mehreren Orten des Parks befinden. Insgesamt sind es 16 Stück. Zu diesen zählen mehrere ahornblättrige Platanen, eine Rotbuche, eine Sommer-Linde sowie eine Gewöhnliche Rosskastanie.

Die hier in den Blogbeitrag integrierten Fotos stammen aus dem letzten Frühjahr, als die Wiesen noch über ein gesundes Grün verfügten. Infolge des heißen und trockenen Sommers sind sie derzeit, wie vielerorts, vertrocknet. Bis sie sich wieder vollständig erholt haben, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen…

Im Herrngarten befindet sich ebenfalls ein kleiner See, an dem das nachfolgende Video gedreht wurde. Dieser ist ein beliebter Treffpunkt bei Enten, Nilgänsen und anderen gefiederten Freunden. Der Film stammt aus dem vergangenen Februar. Zu der Zeit war der See in Teilen noch zugefroren.

Video:

 

 

Unser letzter Tag: Besteigung des Stockholmer Rathausturms und Abreise

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

Inhaltsverzeichnis (einzelne Abschnitte bitte klicken):

Heute war unser letzter Tag in Schweden angebrochen. Zum letzten Mal packten wir unsere Koffer. Diese deponierten wir nach dem Frühstück noch bis zum frühen Nachmittag im Hotel. Dann machten uns auf den Weg zum Rathaus, um an der Turmbesteigung teilzunehmen. Da wir bis zum nächsten Aufstieg noch ein wenig Zeit hatten, nutzen wir diese im zugehörigen Garten, um noch ein paar Fotos zu machen.

Stockholm Rathaus

Das Stockholmer Rathaus mit seinem 106 Meter hohen Eckturm. Erbaut wurde es zwischen 1911 und 1923 nach den Vorlagen des Architekten Ragnar Östberg.

Im Stockholmer Rathaus, das auch als Stockholms stadshus bekannt ist, befindet sich der Sitz der Stadtregierung und des Stadtparlamentes. Das eindruckvolle Gebäude liegt am südöstlichen Ende der im Mälarsee gelegenen Insel Kungsholmen. Erbaut wurde es zwischen 1911 und 1923 nach den Entwürfen des Architekten Ragnar Östberg im Stil der schwedischen Nationalromantik, seine Einweihung fand am 23. Juni 1923 statt. Der Ost- und der Südflügel des Verwaltungsgebäudes zeigen auf den See. Zusammengefasst werden diese Gebäudeteile von dem 106 Meter hohen Eckturm, der mit dem Reichswappen Tre Kronor abschließt.

Um auf den Turm zu gelangen, besteht für eine begrenzte Anzahl von fünf Personen die Gelegenheit, den Aufzug bis zur halben Höhe zu nehmen. Von dieser Möglichkeit machte ich kurzerhand Gebrauch, Michael hingegen legte den kompletten Aufstieg über die Treppen zurück. Zunächst ging es bei ihm ein breites Treppenhaus hinauf, das später schließlich enger wurde. Wo der Aufzug endet, befindet sich ein Zwischenstockwerk mit Figuren. Die Treppen gingen weiter, und der Gang wurde noch ein wenig enger. Im oberen Teil führte über eine weitere Strecke eine Steigung hinauf, und es kaman nur gelegentlich 2-3 Treppen. Auf der letzten Etappe führt noch einmal  eine steile Treppe nach oben, bis man schließlich auf die Plattform gelangt. Michael wollte beim Aufstieg die Stufen zählen, hatte es aber nach mehrmaligem Verzählen aufgegeben. Ich legte ebenfalls die obere Hälfte des Aufstiegs zu Fuß zurück.

Stockholm Alstadt Gamla Stan

Blick vom Stockholmer Rathausturm auf die Altstadt Gamla Stan mit der Insel Ridderholm im Vordergrund.

Oben angekommen, hatten wir einen imposanten Ausblick auf Stockholm und die weitere Umgebung. Hier entstehen die meisten typischen Bilder von Stockholms Altstadt Gamla Stan mit der Insel Ridderholm im Vordergrund. Leider ging während unseres Aufenthalts auf der Aussichtsplattform zwischenzeitlich immer wieder die Sonne weg. Trotzdem können wir von hier oben einige sehr schöne Aufnahmen inklusive eines Videos machen. Insgesamt dauerte unser Aufenthalt nur 15 Minuten, mitsamt des Auf- und Abstiegs kamen wir auf 35 Minuten. Danach mussten wir alle wieder unten sein, so dass die nächste Gruppe nach oben steigen konnte. Genau in dem Moment, als wir den Abstieg antraten, brach ein Feueralarm aus, so dass wir wieder (per Treppe natürlich) nach unten mussten. Beim Abstieg darf der Aufzug nicht genommen werden, erst recht nicht bei Feueralarm.

Dieses Mal ließ sich Michael (auch vom Alarm) nicht ablenken und zählte die Treppen. Er kam auf 339 Stufen (inkl. der Einzelstufen im oberen Bereich mit der Steigung). Ich habe nachträglich noch auf mehreren Webseiten recherchiert, dort wird von 365 Stufen gesprochen.

Stockholm Schloss

Am Stockholmer Schloss – ein letztes Mal.

Als wir wieder unten ankamen, stieg uns ein verkokelter Geruch in die Nase, auch die Feuerwehr war zwischenzeitlich zu hören. Doch offenbar schien nichts Schlimmeres passiert zu sein, möglicherweise wurde der Alarm durch die Bauarbeiten am gegenüberliegenden Gebäude des Rathauskomplexes ausgelöst. Zum Abschluss gingen wir noch ein letztes Mal in die Altstadt, um gegebenenfalls die Wachablösung am Schloss mitzubekommen. Doch wir kamen zu spät.  Wir machten noch einige Bilder vom Schloss und der Umgebung, dann gehen wir zurück zum Hotel, um die Koffer zu holen.

Stockholm Platz Stortorget

Zum Schluss passierten wir auch noch einmal den in der Stockholmer Altstadt gelegenen bekannten Platz Stortorget.

Am Hauptbahnhof angekommen, kauften wir die Tickets für den Arlandaexpress, der uns zum Flughafen bringen sollte. Wir hatten Glück, und es fuhr gerade eine Bahn ab. Überpünktlich kamen wir am Flughafen an, so dass wir in Ruhe einchecken und unser Gepäck aufgeben konnten. Beim Einchecken und der Gepäckaufgabe ging alles per Automat, was für uns recht ungewohnt war. Wir erhielten jedoch Hilfe von Flughafenmitarbeitern.

Der Durchgang durch die Sicherheitsschleuse ging zügig und problemlos. Allerdings staute es sich beim Einstieg ins Flugzeug, da einigen Fluggästen nicht bewusst war, dass man auch hinten einsteigen kann. Dies wurde sogar mehrfach über Lautsprecher gesagt. Infolgedessen kam es zu Verzögerungen, das Flugpersonal befürchtete, dass wir nicht mehr pünktlich starten konnten. Es klappte jedoch noch rechtzeitig, so dass wir pünktlich in Frankfurt am Main landeten. Ein wenig wehmütig gingen wir in Richtung Gepäckausgabe, um unsere Koffer in Empfang zu nehmen. Hinter uns lagen aufregende Tag, wir hatten viel gesehen und erlebt. Noch lange werden wir von dieser Reise zu erzählen haben. 🙂

Stockholm Flughafen Arlanda

Und jede Reise geht leider irgendwann wieder zu Ende – diese wird uns noch lange in Erinnerung bleiben!

Stockholm: Besuch der Markthalle und Fahrt zum Schloss Drottningholm

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

Inhaltsverzeichnis (einzelne Abschnitte bitte klicken):

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel machten wir uns zunächst auf den Weg zum nahegelegenen Markt beim Konzerthaus und besichtigten auch die dortige Markthalle Hötorgshalle. Diese besticht vor allem durch ihre unzähligen kulinarischen Spezialitäten aus verschiedenen Ländern.

DSCN1679

Markthalle von Stockholm

Kulinarische Köstlichkeiten in der Markthalle von Stockholm

Nachdem wir uns an den vielen Leckerein sattgesehen hatten, begaben wir uns in Richtung Hafen. Wir hatten vor, eine Schifffahrt durch einen Teil der Schärenlandschaft zum Schloss Drottningholm zu unternehmen. Bei diesem beeindruckenden Bauwerk handelt es sich um die Residenz des schwedischen Königspaares. Die Tickets kauften wir direkt am Hafen. Das Schiff startete nicht lange danach, und zwar pünktlich zur Mittagszeit um 12.00 Uhr.

Bei meiner Foto- und Filmkamera neigte sich meine letzte Speicherkarte dem Ende zu, so dass ich immer wieder Aufnahmen löschen musste, damit noch Platz für neue Bilder war. Die Fahrt durch die Schärenlandschaft war wirklich beeindruckend und lud regelrecht zum Filmen und Fotografieren ein, so dass mich der knappe Speicherplatz auf meiner Karte zunehmend ärgerte.

Schärenlandschaft rund um Stockholm

Blick in die Schärenlandschaft rund um Stockholm von unserem Schiff aus.

Nach etwa 50 Minuten erreichten wir das Schloss. Noch war das Wetter gut, doch von Weitem näherte sich bereits eine dunkle Wolkenfront. Wir bewegten uns in Richtung Park, um noch einige gute Aufnahmen von dem Schloss machen zu können, bevor die Sonne endgültig weg war und der Regen kam. Das Schloss mit der zugehörigen Parkanlage war wirklich imposant! Wir konnten noch einige schöne Bilder machen, doch schließlich zog sich der Himmel zu.

Schloss Drottningholm in Schweden

Das Schloss Drottningholm mit der zugehörigen Parkanlage beeindruckte uns sehr.

Wir beeilten uns, um noch trockenen Fußes in das Schlosscafé zu kommen. Leider schafften wir es nicht mehr ganz, der Regen und ein starker Wind setzten ein. Zum Glück hatten wir Schirme dabei, doch ich musste darauf achten, dass mir meiner nicht wegflog. Wir machten bei einer Tasse Kaffee Pause, bis der Regen schließlich nachließ. Danach liefen wir durch den Park zum Chinesischen Schloss, das sich ebenfalls auf dem Gelände befindet.

Schloss-Drottningholm-Chinesisches-Schloss

Das Chinesische Schloss auf dem Gelände von Schloss Drottningholm.

Bei unserem Aufbruch regnete es noch leicht, doch schließlich hörte es auf und die Sonne zeigte sich wieder, so als wäre nie etwas gewesen (Aprilwetter im Juni). Wir konnten einige schöne Aufnahmen vom Chinesischen Schloss machen, sogar vor blauem Himmel. Gegen 16.00 Uhr nahmen wir das Schiff zurück nach Stockholm. Es war viel los, so dass wir kaum einen Platz bekamen. Als besonders ärgerlich empfanden wir, dass einige Leute jeweils zwei Plätze für sich beanspruchten, um die Füße hochzulegen. Bei gutem Wetter erreichten wir wieder Stockholm.

Stockholm Altstadt

Blick auf die Stockholmer Altstadt Gamla Stan von unserem Schiff aus.

Wir erkundigten uns noch am Rathaus, wann wir morgen auf den Turm hoch konnten. Die Karten für den Aufstieg werden generell nicht am Vortag verkauft. Wir planten den morgigen Vormittag für die Turmbesteigung ein. Danach machten wir uns direkt auf den Weg in die Stockholmer Altstadt, da wir bereits hungrig waren. Wir aßen heute zeitig und günstig in einem Grillimbiss. Zu meinen Fleischgericht trank ich eine Cola. Nach den vielen Tagen mit vorwiegend stillem Wasser hatte ich so richtig Lust dazu!

Fußgängerzone in der Stockholmer Altstadt

Fußgängerzone in der Stockholmer Altstadt

Auf dem Weg zur Toilette schaute sich Michael das Schaufenster in einem benachbarten Souvenirshop an. Der Kellner des Imbisses bekam das mit und gab uns einen Gutschein für Souvenirs mit 10% Preisnachlass. Offenbar gehörten das Geschäft und das Schnellrestaurant zusammen. Nach dem Essen wollten wir in den Laden, doch er sah schon geschlossen aus. Der Verkäufer bekam jedoch mit, dass wir davor standen und sperrte für uns das Geschäft noch einmal auf, so dass wir unsere Souvenirs kaufen konnten. Wir holten uns zwei Kühlschrankmagnete von Stockholm (wir jeden einen).

Stockholm Irish Pub

Den letzten Abend unseres Schweden-Urlaubs verbrachten wir in einem Irish Pub bei tchechischem Bier (sehr international demnach :-))

Ursprünglich hatten wir vor, nach dem Essen noch einmal ins Hotel zu gehen, doch schließlich blieben wir in der Altstadt, um den Abend in Ruhe ausklingen zu lassen. Wir fanden einen Irish Pub, in dem es gemütlich und von der Lautstärke her angenehm war. So verbrachten wir hier einen schönen letzten Abend bei tschechischem Bier. Witzig fanden wir, dass wir uns in Schweden befanden und in einem Irish Pub tschechisches Bier tranken, was ich natürlich gleich posten musste :-). Noch in der Dämmerung brachen wir gegen 23.30 Uhr in Richtung Hotel auf. Die Stimmung war leicht gedrückt, da der sich der Urlaub nun dem Ende zuneigte.

Letzte Etappe: Fahrt von Östersund nach Stockholm

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

Inhaltsverzeichnis (einzelne Abschnitte bitte klicken):

An diesem Morgen des 9. Tages unserer Schweden-Tour fuhr die Inlandsbahn pünktlich um 8.15 Uhr in Östersund ab. Kurz nachdem wir den Ortsteil Brunflo passiert hatten und der See Locknesjön auftauchte, informierte uns die Zugbegleiterin, dass hier vor über 400 Millionen Jahren ein Meteorit einschlug.  Einige Zeit später hielten wir in der Gemeinde Hackas. Dort soll die älteste Kirche der Provinz Jämtland stehen.

Die schwedische Inlandsbahn

Unsere letzte Etappe mit der schwedischen Inlandsbahn.

Das Wetter war an diesem Morgen sehr sonnig, so dass sich uns während der Zugfahrt ein malerisches Panorama bot. Auch der am südlichen Ende des Sees Storsjön liegende Ort Svenstavik bot eine traumhafte Kulisse. Von der Zugbegleiterin erfuhren wir , dass sich hier die Hoverberggrotte befindet. Entdeckt wurde diese 1897 von Jöns Väst im Hoverberg. Von Besuchern kann diese über eine Stahltreppe betreten werden, die etwa 12 Meter in die Tiefe führt.  Unten in einem Vorraum angekommen, gelangt man auf einer weiteren Treppe einen steilen Abgang hinunter in das Innere der Höhle, deren Länge 170 Metern betragen soll.

Teile der Grotte werden seit Beginn des Jahres 2010 mit grünem und rotem Licht beleuchtet. Einer Legende zufolge wohnte hier früher ein Berggeist namens Hoverbergsmann.  Als jedoch die Menschen die Grotte erkundeten, verließ er diesen Ort.

Bahnhof von Åsarna

Zwischenhalt in Åsarna – Dieser Ort ist auch unter dem Namen „Golden Village“ bekannt.

Unser nächster Halt war der Ort Åsarna, an dessen Raststätte wir auf der Hinfahrt zu Abend gegessen hatten. Die Gemeinde ist auch unter der Bezeichnung „Golden Village“ bekannt, denn der dortige Sportverein brachte viele Medaillengewinner beim Skifahren hervor. Hier gibt es auch ein Ski- sowie ein Klomuseum. Letzteres gilt als das einzige seiner Art in Europa.

Auf unserer Weiterfahrt passierten wir den Ort Röjan. Das gesamte Gebiet gilt als menschenarm, jedoch bärenreich. Hier gibt es viele Wasserfälle und Stromschnellen. Zudem verfügt die umliegende Region über gutes Angebot für Angler, wie zum Beispiel den See Lilla Sörtjärn.

Der auf der weiteren Strecke liegende Ort Överhogdal ist vor allem für seine fünf Wandteppiche aus der Wikingerzeit bekannt. Diese wurden im Jahr 1909 bei der Renovierung der dortigen Kirche gefunden. Nach C14-Messungen entstanden diese zwischen 1040 und 1170 nach Christus. Mittlerweile befinden sich die Teppiche im Jämtli-Museum in Östersund. Später passierten wir die Gemeinde Ytterhogdal. Neben der Inlandsbahn führt hier die Europastraße 45 durch. Der Ort selbst gilt als der Mittelpunkt Schwedens. Er liegt ca. 40 Minuten mit dem Auto von drei größeren Skigebieten entfernt.

Unser nächster Halt war die Gemeinde Sveg, an dessen Bahnhof wir bereits auf der Hinreise pausierten. Wie schon im Abschnitt „Unsere erste Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Östersund“ erwähnt“, ist dieser Ort seit den 1270ern als Thingplatz bekannt, zudem war er bis ins 19. Jahrhundert ein Kirchenzentrum.

Die Brücke, die wir bei unserer Weiterfahrt passierten,  spielte eine große Rolle in einem Buch von Henning Mankell („Die Rückkehr des Tanzlehrers“). Sie wurde sogar nach diesem berühmten Kriminautor benannt (Mankellbron).

schweden-fagelsjoe

Mittagessen in Fagelsjö

Unser Mittagessen nahmen wir in Fagelsjö ein. In dem Ort gibt es ein Bauernhofmuseum sowie Holzhäuser, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden (Hälsingehof). Es fing an zu regnen, so dass ich mich mit meinem Sandwich zurück in den Zug verzog.

Nach einer halben Stunde Pause bewegte sich unsere Bahn weiter gen Süden. Nahe Fagelsjö gibt es den Hamra-Nationalpark, der früher einmal der kleinste Nationalpark Schwedens galt. Als nächstes fuhren wir an einer Wasseraufnahmestelle bei Älvho vorbei, einem beeinduckenden Konstrukt aus Holz.

Im Folgenden führte uns die Bahn durch den Bezirk Orsa Finnmark. Bekannt ist dieser durch seine hohe Bärenpopulation, die als die dichteste wildlebende Schwedens gilt. Die Zugbegleiterin erzählte uns, dass gerade erst gestern von der Inlandsbahn aus ein Bär gesichtet wurde. Im 17. Jahrhundert siedelten in der Region Finnen, die viele Namen der umliegenden Orte prägten.

Zug nach Stockholm

Der Zug nach Stockholm fuhr pünktlich in Mora ab.

Wie auf der Hinfahrt hielten wir auch jetzt an der Schlucht Storstupet mit ihrer imposanten Stromschnelle. Der Zug traf pünktlich in Mora ein. Bis zu unserer Weiterfahrt nach Stockholm hatten hier noch 30 Minuten Aufenthalt. Da es wieder anfing zu regnen, zog ich mich in das dortige Bahnhofsgebäude zurück. Der Inter City nach Stockholm stand rechtzeitig bereit und fuhr auch pünktlich los. Da Sonntag war und offenbar viele Wochenendpendler in die Hauptstadt zurück fuhren, war der Zug voll belegt. Zum Glück hatten wir unsere Plätze im Vorfeld reserviert.

Gegend Abend trafen wir in Stockholm ein. Das Hotel lag ein Stück vom Bahnhof entfernt, so dass wir noch einige Meter zu laufen hatten. Unser Zimmer befand sich im Untergeschoss und war ohne Fenster, was jedoch oftmals üblich in den nordischen Ländern ist, denn hier sind die Nächte lange hell. Wir ruhten uns eine Weile im Zimmer aus, dann stärkten wir uns am Bahnhof bei einem thailändischen Imbiss. Anschließend machten wir uns noch einmal auf den Weg in die Altstadt in einen Irish-Pub. An diesem Abend spielte dort eine Band. Bei guter irischer Musik und einem kühlen Kilkenny ließen wir den doch recht langen Tag ausklingen.

Irish Pub in Stockholm

Den Abend ließen wir gemütlich in Stockholm in einem Irish Pub ausklingen