Die Inselhauptstadt Santa Cruz de la Palma

Unser La-Palma-Urlaub vom 18.07. – 28.07.2016

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Rückblende Juli 2016: Der zweite Urlaubstag auf La Palma ist angebrochen. Nach einem ausgiebigen Frühstück auf unserem Balkon packen wir unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Hier startet der Bus nach Santa Cruz de la Palma, der Inselhauptstadt. Diese ist nur wenige Fahrminuten von Los Cancajos, unserem Ferienort, entfernt. Bevor wir uns an die Haltstelle begeben, unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang entlang der Strandpromenade. Eine angenehme Brise weht, rechts von uns befindet sich der Atlantische Ozean. Zwischenzeitlich halten wir inne, um Fotos zu machen und dem Rauschen der Wellen zuzuhören.

Danach begeben wir uns an die Haltestelle, der Bus trifft nur wenige Minuten später ein. Nach einer kurzen Fahrt steigen wir unmittelbar vor dem Zentrum von Santa Cruz aus. Wir starten unseren Stadtrundgang, indem wir in die Fußgängerzone einbiegen. Diese trägt den klangvollen Namen Calle O´Daly. Benannt wurde sie nach einer irischen Kaufmannsfamilie. Die Straße wird durch zahlreiche Patrizierhäuser spanischer, irischer und flämischer Herkunft geprägt. Heute sind in vielen der Gebäude Geschäfte und Galerien untergebracht. Sehr sehenswert ist auch das Haus Nr. 22 aus dem 17. Jahrhundert. Obwohl es mit seiner dunklen Vulkansteinfassade außen eher unscheinbar aussieht, beherbergt es in seinem Inneren einen echten spanischen Klassiker, der sich über vier Stockwerke auf Steinsäulen und Galerien erstreckt, die den gesamten Bereich umrunden.

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Die belebte Fußgängerzone Calle O´Daly

Als nächstes besuchen wir den Plaza Santo Domingo, auf dem sich das gleichnamige Kloster und die Kirche befinden. Diesen erreichen wir über etliche Treppenstufen. Die Anlage zählt zu den ältesten der gesamten Stadt. Mit ihrer Errichtung wurde im 16. Jahrhundert begonnen. Ins Auge fallen vor allem die zur Kirche und zum Klostergebäude führenden sehr breiten Treppenstufen. Nur mit Hilfe dieser konnten auf dem teils recht steilen Gelände der Stadt ebene Flächen für Plätze und Häuser geschaffen werden. Sehr imposant sind zudem die Steinverzierungen am Portal, die aus rotem Trachit bestehen. In den Räumlichkeiten des Klosters ist mittlerweile ein Gymnasium untergebracht. Ich stelle mich zwischenzeitlich an das den Platz abschließende Geländer und blicke in die Ferne. Über zahlreiche Dächer hinweg erblicke ich am Horizont die Weiten des Atlantischen Ozeans.

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Der Plaza Santo Domingo mit dem ehemaligen Kloster

Wir steigen nun die zahlreichen Treppenstufen wieder hinab und begeben uns an den malerischen Plaza Espana. Dieser gilt als der Dreh- und Angelpunkt von Santa Cruz, und so herrscht hier ein reges Treiben.  Hier befindet sich auch die im 16. Jahrhundert erbaute Kirche El Salvador. Sie besteht aus einem sehr massiven Glockenturm, der fast schon an den Teil einer Festungsanlage erinnert. Möglicherweise wurde dieser als Fluchtturm für Piratenangriffe errichtet. Das Gotteshaus besteht aus drei Schiffen, deren Abschluss großzügig verzierte Decken im Mudéjarstil bilden.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Kirche befindet sich das Rathaus. Das aktuelle Bauwerk wurde um 1560 errichtet. Es gab bereits ein Vorgängergebäude, das jedoch 1553 durch einen Piratenangriff zerstört wurde. In der im Renaissancestil gestalteten Fassade sind die Wappen von La Palma und dem früheren spanischen Königs Philipp II. zu finden. Im 16. Jahrhundert war dieses Gebäude sogar Bischofssitz.

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Rathaus am Plaza Espana

Wir begeben uns jetzt auf die Calle O´Daly zurück und schlendern noch ein wenig durch diese. Ich nutze die Zeit, mich nach einem passenden Kühlschrankmagneten umzusehen. Denn seit einigen Jahren nehme ich von jeder Reisedestination, die ich besuche, einen mit. In einem kleinen Geschäft finde ich einen sehr schönen mit den legendären Balkonhäusern von Santa Cruz, die als eines der Wahrzeichen von La Palma gelten. Zu diesen komme noch in einem späteren Abschnitt dieses Reiseberichtes.

Als Nächstes verlassen wir die Fußgängerzone und machen uns auf den Weg in Richtung Markthalle. Auch wenn man dort nicht kaufen möchte, ist der Besuch aufgrund des typischen südländischen Flairs sehr zu empfehlen. In der Halle finden Besucher zahlreiche Delikatessen, wie zum Beispiel Früchte, Fleisch, Fisch, Ziegenkäse, verschiedene Weine und einiges mehr vor. Da die Mittagszeit angebrochen ist und wir aufgrund der vielfältigen kulinarsichen Anblicke in der Markthalle allmählich Hunger verspüren, beschließen wir, uns so langsam nach einer Lokalität zum Essen umzusehen.

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Kulinarische Spezialitäten in der Markthalle von Santa Cruz

Wir begeben uns wieder Richtung Fußgängerzone und stoßen auf einen kleinen hübschen Platz namens Plaza van Dale. Gegenüber von diesem befinden sich zwei sehr beeindruckende Patrizierhäuser, in denen heute Clubs der feinen Gesellschaft untergebracht sind.

Wir laufen die anschließende Calle Pérez entlang, kommen an einem weiteren sehr schönen Platz (Placeta de Borrero) mit Brunnen, sehr schönen Geschäften und einem Terrassencafé vorbei. Die nächste Sehenswürdigkeit, zu der wir gelangen, sind der Plaza de San Francisco mit der gleichnamigen Kirche und dem Konvent. Angelegt wurden diese im Jahr 1508. In dem Konvent befindet sich das sogenannte Inselmuseum, in dem Besucher zahlreiche Exponate aus regionaler Archäologie, Malerei, Heimatkunde und Naturgeschichte vorfinden.

Als nächstes gelangen wir an den verkehrsfreien Plaza Alameda, in dessen Zentrum sich ein ganz außergewöhnliches Kiosk im maurischen Stil befindet.  Läuft man an das Ende des Platzes, so gelangt man zum Museo Naval „Santa Maria“. Bei diesem handelt es sich um eine Nachbildung des gleichnamigen Flagschiffs von Kolumbus auf seiner ersten Entdeckungsreise in die soganannte Neue Welt vor etwa 500 Jahren. Dieser Nachbau besteht jedoch nicht aus Holz, sondern wurde aus Beton gestaltet. In Wirklichkeit hat Kolombus jedoch niemals La Palma betreten. Er startete seine Überfahrt vom Hafen Palos auf dem spanischen Festland und machte lediglich auf La Gomera eine längere Pause.

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Das Museo Naval „Santa Maria“ – eine Nachbildung des gleichnamigen Flagschiffs von Kolumbus

Nachdem wir das Schiff ausgiebig fotografiert haben, begeben wir uns auf den Plaza Alameda zurück und suchen uns dort ein kleines Bistro für die Mittagspause. Während wir uns dort unsere Sandwiches schmecken lassen, haben wir die Möglichkeit, die sehr beschauliche Atmosphäre zu genießen. Derzeit wirkt die Umgebung fast wie ausgestorben, da viele der Einheimischen jetzt ihre Siesta halten. Auch sonst wirkt das Leben in der Inselhauptstadt eher beschaulich, was auch auf die Mentalität seiner Einwohner zurückzuführen ist. Hier überträgt sich sich die Ruhe und Gelassenheit der Palmaneros auch durchaus positiv auf uns oftmals sehr getriebene Mitteleuropäer. Die Menschen vor Ort gelten als freundlich, entspannt und unaufdringlich. Sie nehmen sich Zeit für Familie, Freunde und das Leben selbst.

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Mittagspause am Plaza Alameda

Nach unserem Mittagessen und anschließendem Kaffee treten wir den Rückweg an. Diesen laufen wir über die dortige Uferstraße am Meer entlang. Eine Sehenswürdigkeit auf diesem Weg ist das Castillo de la Luz., das die Inselhauptstadt vor einigen Überfällen bewahrte. Ein absolutes Highlight auf dieser Strecke sind die bunten Balkonhäuser, die mit ihrem farbenfrohen Blumenschmuck als beliebtes Fotomotiv gelten. Wie bereits erwähnt, gelten sie als eines der Wahrzeichen von La Palma. Zudem weisen sie verschiedene architektonische Kombinationen auf, die auf Einwanderer aus Portugal zurückgehen. Über die Uferstraße gelangen wir zurück an unseren Ausgangspunkt und nehmen den nächsten Bus zurück nach Los Cancajos.

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Die Balkonhäuser von Santa Cruz – eines der Wahrzeichen auf La Palma

Übrigens: Santa Cruz blickt auf eine sehr bewegende Geschichte zurück, denn nicht immer war sie eine kleine Stadt auf einer Insel im Atlantik. Einst gehörte sie zu den wichtigsten Hafenstädten in Europa und galt als das Tor zur Neuen Welt. Zudem war Santa Cruz de la Palma die erste Anlaufstation der beladenen Schiffe von und in die Kolonien. Leider wurde die Stadt immer wieder das Ziel von Piratenangriffen. Verheerend für ihre wirtschaftliche Blüte war allerdings das Jahr 1657. Zwei bedeutende Sitze, nämlich der des Inspektors der Handelskammer von Sevilla und das Gericht für Indien (gemeint war damit jedoch Amerika, was die Spanier damals Indien nannten), wurde nach Teneriffa verlegt. Dies war das Ende der Stadt als bedeutende Hafenmetropole. Von seiner Schönheit und seinem Charme hat Santa Cruz jedoch bis heute kaum etwas eingebüßt.