Letzte Etappe: Fahrt von Östersund nach Stockholm

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

Inhaltsverzeichnis (einzelne Abschnitte bitte klicken):

An diesem Morgen des 9. Tages unserer Schweden-Tour fuhr die Inlandsbahn pünktlich um 8.15 Uhr in Östersund ab. Kurz nachdem wir den Ortsteil Brunflo passiert hatten und der See Locknesjön auftauchte, informierte uns die Zugbegleiterin, dass hier vor über 400 Millionen Jahren ein Meteorit einschlug.  Einige Zeit später hielten wir in der Gemeinde Hackas. Dort soll die älteste Kirche der Provinz Jämtland stehen.

Die schwedische Inlandsbahn

Unsere letzte Etappe mit der schwedischen Inlandsbahn.

Das Wetter war an diesem Morgen sehr sonnig, so dass sich uns während der Zugfahrt ein malerisches Panorama bot. Auch der am südlichen Ende des Sees Storsjön liegende Ort Svenstavik bot eine traumhafte Kulisse. Von der Zugbegleiterin erfuhren wir , dass sich hier die Hoverberggrotte befindet. Entdeckt wurde diese 1897 von Jöns Väst im Hoverberg. Von Besuchern kann diese über eine Stahltreppe betreten werden, die etwa 12 Meter in die Tiefe führt.  Unten in einem Vorraum angekommen, gelangt man auf einer weiteren Treppe einen steilen Abgang hinunter in das Innere der Höhle, deren Länge 170 Metern betragen soll.

Teile der Grotte werden seit Beginn des Jahres 2010 mit grünem und rotem Licht beleuchtet. Einer Legende zufolge wohnte hier früher ein Berggeist namens Hoverbergsmann.  Als jedoch die Menschen die Grotte erkundeten, verließ er diesen Ort.

Bahnhof von Åsarna

Zwischenhalt in Åsarna – Dieser Ort ist auch unter dem Namen „Golden Village“ bekannt.

Unser nächster Halt war der Ort Åsarna, an dessen Raststätte wir auf der Hinfahrt zu Abend gegessen hatten. Die Gemeinde ist auch unter der Bezeichnung „Golden Village“ bekannt, denn der dortige Sportverein brachte viele Medaillengewinner beim Skifahren hervor. Hier gibt es auch ein Ski- sowie ein Klomuseum. Letzteres gilt als das einzige seiner Art in Europa.

Auf unserer Weiterfahrt passierten wir den Ort Röjan. Das gesamte Gebiet gilt als menschenarm, jedoch bärenreich. Hier gibt es viele Wasserfälle und Stromschnellen. Zudem verfügt die umliegende Region über gutes Angebot für Angler, wie zum Beispiel den See Lilla Sörtjärn.

Der auf der weiteren Strecke liegende Ort Överhogdal ist vor allem für seine fünf Wandteppiche aus der Wikingerzeit bekannt. Diese wurden im Jahr 1909 bei der Renovierung der dortigen Kirche gefunden. Nach C14-Messungen entstanden diese zwischen 1040 und 1170 nach Christus. Mittlerweile befinden sich die Teppiche im Jämtli-Museum in Östersund. Später passierten wir die Gemeinde Ytterhogdal. Neben der Inlandsbahn führt hier die Europastraße 45 durch. Der Ort selbst gilt als der Mittelpunkt Schwedens. Er liegt ca. 40 Minuten mit dem Auto von drei größeren Skigebieten entfernt.

Unser nächster Halt war die Gemeinde Sveg, an dessen Bahnhof wir bereits auf der Hinreise pausierten. Wie schon im Abschnitt „Unsere erste Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Östersund“ erwähnt“, ist dieser Ort seit den 1270ern als Thingplatz bekannt, zudem war er bis ins 19. Jahrhundert ein Kirchenzentrum.

Die Brücke, die wir bei unserer Weiterfahrt passierten,  spielte eine große Rolle in einem Buch von Henning Mankell („Die Rückkehr des Tanzlehrers“). Sie wurde sogar nach diesem berühmten Kriminautor benannt (Mankellbron).

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Mittagessen in Fagelsjö

Unser Mittagessen nahmen wir in Fagelsjö ein. In dem Ort gibt es ein Bauernhofmuseum sowie Holzhäuser, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden (Hälsingehof). Es fing an zu regnen, so dass ich mich mit meinem Sandwich zurück in den Zug verzog.

Nach einer halben Stunde Pause bewegte sich unsere Bahn weiter gen Süden. Nahe Fagelsjö gibt es den Hamra-Nationalpark, der früher einmal der kleinste Nationalpark Schwedens galt. Als nächstes fuhren wir an einer Wasseraufnahmestelle bei Älvho vorbei, einem beeinduckenden Konstrukt aus Holz.

Im Folgenden führte uns die Bahn durch den Bezirk Orsa Finnmark. Bekannt ist dieser durch seine hohe Bärenpopulation, die als die dichteste wildlebende Schwedens gilt. Die Zugbegleiterin erzählte uns, dass gerade erst gestern von der Inlandsbahn aus ein Bär gesichtet wurde. Im 17. Jahrhundert siedelten in der Region Finnen, die viele Namen der umliegenden Orte prägten.

Zug nach Stockholm

Der Zug nach Stockholm fuhr pünktlich in Mora ab.

Wie auf der Hinfahrt hielten wir auch jetzt an der Schlucht Storstupet mit ihrer imposanten Stromschnelle. Der Zug traf pünktlich in Mora ein. Bis zu unserer Weiterfahrt nach Stockholm hatten hier noch 30 Minuten Aufenthalt. Da es wieder anfing zu regnen, zog ich mich in das dortige Bahnhofsgebäude zurück. Der Inter City nach Stockholm stand rechtzeitig bereit und fuhr auch pünktlich los. Da Sonntag war und offenbar viele Wochenendpendler in die Hauptstadt zurück fuhren, war der Zug voll belegt. Zum Glück hatten wir unsere Plätze im Vorfeld reserviert.

Gegend Abend trafen wir in Stockholm ein. Das Hotel lag ein Stück vom Bahnhof entfernt, so dass wir noch einige Meter zu laufen hatten. Unser Zimmer befand sich im Untergeschoss und war ohne Fenster, was jedoch oftmals üblich in den nordischen Ländern ist, denn hier sind die Nächte lange hell. Wir ruhten uns eine Weile im Zimmer aus, dann stärkten wir uns am Bahnhof bei einem thailändischen Imbiss. Anschließend machten wir uns noch einmal auf den Weg in die Altstadt in einen Irish-Pub. An diesem Abend spielte dort eine Band. Bei guter irischer Musik und einem kühlen Kilkenny ließen wir den doch recht langen Tag ausklingen.

Irish Pub in Stockholm

Den Abend ließen wir gemütlich in Stockholm in einem Irish Pub ausklingen

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Östersund

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Nach einem sehr guten und üppigen Frühstück in unserem Hotel brachen wir zu einem Stadtrundgang durch Östersund auf. Um uns einen Überblick über den Ort zu verschaffen, führte uns unser erster Gang zur dortigen Touristeninformation. Hier besorgten wir uns einen Stadtplan und informierten uns über die Gemeinde und ihre einzelnen Sehenswürdigkeiten.

Am Ufer des Sees Storsjön im schwedischen Östersund

Die mittelschwedische Stadt Östersund liegt sehr idyllisch am See Storsjön – dem fünftgrößten Gewässer des Landes

Östersund befindet sich etwa in der Mitte Schwedens in der Provinz Jämtland am See Storsjön, dem fünftgrößten Gewässer des Landes. Die Einwohnerzahl der Stadt beträgt rund 50.000.  Als sie im Jahr 1810 zur Residenzstadt der Provinz Jämtland erklärt wurde, lebten hier lediglich 200 Menschen. Ihren wirtschaftlichen Aufschwung und den daraus folgenden Anstieg der Einwohnerzahl verdankte die Gemeinde zunächst der Holzindustrie und ab 1879 dem Anschluss an die Inlandsbahn.

Als sehr sehenswert in Östersund gilt die Hauptstraße Storgatan. Ihre historische Bebauung aus dem 19. Jahrhundert mit den kleinen aus Holzfassaden bestehenden Häusern ist bis heute erhalten geblieben . Im Zentrum des Ortes liegt der Markplatz. Hier finden diverse Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel der traditionelle Gregoriusmarkt im März oder das Storsjöyran im Sommer. Letzteres gilt als das älteste Stadtfest in Schweden. Hier treten auch international bekannte Musikgruppen auf. Unmittelbar vor Östersund liegt die Insel Frösön, die als die größte im See Storsjön gilt. Dort befindet sich der sogenannte Frösöstein, ein aus dem 11. Jahrhundert stammender Runenstein. Neben mehreren Galerien gibt es in Östersund auch ein Freilichtmuseum, das unter dem Namen „Jamtli“ bekannt ist. Hier erhalten Besucher umfassende Informationen sich über die regionale Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts.

Das Rathaus in Östersund

Das Rathaus in Östersund

Während unseres Rundgangs durch Östersund war das Wetter sehr unbeständig. Wie bei uns im April wechselten sich Sonne und Regen in regelmäßigen Abständen ab. Bevor wir uns in Richtung des Freilichtmuseums Jamtli bewegten, machten wir zunächst einige Bildaufnahmen in der Innenstadt, wie zum Beispiel dem Rathaus oder auch der zentral gelegenen Kirche.

Freilichtmuseum Jamtli mit historischer Tankstelle im Hintergrund

Unser Besuch des Freilichtmuseums Jamtli – im Hintergrund ist eine nach historischen Vorbild erbaute Tankstelle zu sehen.

Leider hatte das Freilichtmuseum an dem heutigen Tag (Montag) geschlossen. Das Gelände war jedoch teilweise zugänglich. Zu sehen gab es eine Vielzahl an nach historischem Vorbild errichteten Gebäuden. Neben alten Holzhäusern zählten hierzu unter anderem eine nachgebaute Tankstelle und ein Kiosk aus früheren Zeiten. Auch ein kleines Dorf mit mehreren Geschäften konnten wir auf dem Gelände besichtigen.

Unser nächster Gang führte uns zum See Storsjön. Da gerade wieder die Sonne herauskam, konnten wir einige sehr schöne Fotos von dem See selbst und den Gänsen machen, die sich dort aufhielten. Anschließend bewegten wir uns über die Brücke zu der Insel Frösön. Im Inneren des Eilands gibt es auch einen kleinen See namens Ändsjön, der ca. 30 Minuten Fußweg vom Ufer des Storsjön entfernt liegt. Zu diesem wollten wir eigentlich einen Fußmarsch unternehmen, denn laut Reisebeschreibung soll es dort sehr idyllisch sein. Aus der Ferne sahen wir jedoch erneut dunkle Wolken aufziehen, so dass wir uns dagegen entschieden und über die Brücke zurück aufs Festland liefen. Bevor der Regen einsetzte, suchten wir ein kleines Café auf, dass sich in einem kleinen Park vor dem Storsjön befindet. Dort stärkten wir uns mit Café und leckerem Obstkuchen. Mittlerweile hörte es wieder auf zu regnen, und die Sonne ließ sich blicken.

Marktplatz in Östersund

Der Marktplatz im Zentrum von Östersund

Vor dem nächsten Regenguss liefen wir schnell zum Markplatz, denn wir wollten die Gelegenheit nutzen, diesen einmal mit blauem Himmel im Hintergrund zu fotografieren. Wir hatten gerade noch Glück, denn die nächsten Schauerwolken ließen nicht lange auf sich warten… Bevor es erneut zum Wolkenbruch kam, machten wir uns auf den Weg zu einer Glasbläserei, die sich am Bootsanleger des Storsjön befindet. Hier gab es zahlreiche wunderschön gefertigte Gefäße und Figuren in allen möglichen Farben und Formen. Auch konnten wir der dortigen Mitarbeiterin beim Fertigen der Objekte zusehen.

 

Unser Abendessen ließen wir uns heute in einem Pub gegenüber unseres Hotels schmecken. Wir bestellten Fleischspieße, die sehr lecken waren. Daher beschlossen wir, auf unserer Rückreise hier auf jeden Fall noch einmal zu essen. Da unsere Bahn am folgenden Morgen bereits um 7.20 Uhr abfuhr, gingen wir heute rechtzeitig in unser Hotel zurück. Woran ich mich noch gewöhnen musste, war die Helligkeit auch zu später Stunde, denn hier wurde es gegen Mitternacht zwar ein wenig dämmerig, jedoch nicht wirklich dunkel.