Die LKAB Mine in Malmberget

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Heute möchte ich über die LKAB Mine in Malmberget berichten. Diese besuchte ich allerdings nicht selbst, sondern mein Lebensgefährte Michael. Wie bereits in meinem letzten Beitrag geschrieben, erkundete ich an diesem Vormittag Gällivare inklusive des dortigen Heimatmuseums. Nach dem Frühstück machte sich Michael auf den Weg zu der gegenüber unseres Hotels liegenden Touristeninformation. Dort erfuhr er, dass der Trip zur LKAB Mine bereits um 9.30 Uhr startete, eine halbe Stunde früher als in den Reiseunterlagen aufgeführt. Da die Zeit knapp war, rannte er noch schnell ins Hotel, um seine Jacke und die Kamera zu holen.

Schläge und Eisen

Schlägel und Eisen- das traditionelle Werkzeug eines Bergarbeiters (Quelle: Wikipedia)

Die Tour startete in zwei Vans, die eine wurde in schwedischer, die andere in englischer Sprache durchgeführt.  Außer Michael nahm lediglich ein weiterer Tourist aus den Niederlanden an der Führung teil, der jedoch gut Deutsch sprach. Der Guide selbst konnte aber nur Englisch…

Bei Ankunft an der Mine wurden die beiden Teilnehmer zunächst in einen Raum geführt. Dort gab es an einem Monitor eine kleine Präsentation zu sehen. Diese informierte umfassend über das Unternehmen LKAB, die Erzförderung, die Verarbeitung dieses Elements bis hin zum Endprodukt (Pellets). Bei LKAB, als Abkürzung für Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag, handelt es sich um ein schwedisches Bergbauunternehmen mit Sitz in Luleå, das bis heute vorwiegend Eisenerz fördert. Die zugehörige Malmberget Mine gilt als eine der größten Eisenerzminen in Schweden. Insgesamt verfügt sie über eine jährliche Produktionskapazität von mehr als fünf Millionen Tonnen Eisenerz. Die neue Hauptebene befindet sich auf 1250 Metern Tiefe, während der tiefste Punkt des Stollens 1390 Meter unter der Erde liegt. Obwohl die Vorführung auf dem Monitor sehr lehrreich und interessant war, fühlte sich Michael teilweise sehr an Vertriebspräsentationen erinnert 😀

Eisenerzpellets

Eisenerzpellets (Foto: Arnoldius; Quelle: Wikipedia)

Der Holländer kannte sich mit der Materie selbst sehr gut aus und stellte viele Fragen. Die Tour startete in einem Umkleideraum, Gummistiefel und Jacke wurden angezogen und ein Helm durfte auch nicht fehlen. Das Fotografieren während der Führung unter Tage war leider nicht erlaubt. Die Tour hinunter in den Stollen fand im PKW statt, es ging bis auf die in 1250 Metern Tiefe liegende Hauptebene. Viele Tunnels und Abzweigungen waren zu sehen, auch eine Reparaturwerkstatt für Bagger und andere Gerätschaften. Schließlich ging es wieder nach oben,  in ca. 500 m Tiefe wurde erneut gestoppt. Obwohl sich Michael immer noch sehr tief unter der Erde befand, hatte er guten Handyempfang. Als Andenken nahm er einige Steine aus dem Stollen mit.

Am Ende der Führung bekamen die Teilnehmer noch zusätzlich zwei Palets geschenkt. Danach ging es wieder zurück zum Bahnhof in Gällivare. Michael verbrachte hier noch einige Zeit. Er hoffte, noch einen jener Güterzüge zu sehen, die von der Mine bis zur Ostsee fahren. Deren Loks gelten als die stärksten auf der ganzen Welt. Zudem verfügen sie über unzählige Waggons. Leider kam keiner dieser Züge. Daher ging Michael schließlich noch einmal in die Touristeninformation. Hier wurde ihm der sogenannte Culture Trail empfohlen, ein Rundgang durch Gällivare und Umgebung von rund zwei Kilometern. Von diesem werde ich in meinem nächsten Beitrag noch ausführlich berichten.

Danach ging Michael noch einmal zur Bahnlinie, um nach einem der Güterzüge Ausschau zu halten, auch dieses Mal leider erfolglos. Daher ging er zurück zum Hotel, in dessen Eingangbereich wir aufeinanderstießen. Hier legten wir erst einmal die bereits erwähnte Kaffeepause ein.

Gällivare: Fahrt durch eine ehemalige Bergarbeitersiedlung und auf den Gipfel des Berges Dundret

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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21. Juni 2017, ab 22 Uhr: Unsere Rundfahrt durch Gällivare und die benachbarte Umgebung mit dem Bus startete zunächst durch die ehemalige Bergarbeitersiedlung Malmberget. Per TV erhielten wir einige Informationen über den Ort, unter anderem die Anfänge und die Entwicklung des Eisenerzabbaus.

Blick auf den Ort Malmberget in Schweden

Blick auf die frühere Bergarbeitersiedlung Malmberget. (Quelle: Swedish Wikipedia * Malmberget med „Gropen“ * Foto av sv: Användare: Vinterfrid, Februar 2005)

1741 wurde das Mineral hier zum ersten Mal 1741 gebrochen. Nach der Fertigstellung der Erzbahn im Jahr 1888 zwischen dem Ostseehafen Luleå bis zu den Gruben begann ein sogenannter „Erzrausch“, der durchaus vergleichbar mit dem Goldrausch in Nordamerika war. Die erste Zeit wohnten die hier eingesetzten Bergmänner in Hütten, die sie aus leeren Dynamitkisten errichtet hatten.

Durch Malmberget erstreckt sich eine 250 Meter tiefe Grube, die die Gemeinde in zwei Hälften teilt. Aufgrund der zunehmenden Einsturzgefahr werden ständig Gebäude und Wege abgerissen. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat sich die Einwohnerzahl stark vermindert. Auch hierfür ist die Ausdehnung der vom Einsturz bedrohten Zone einer der vorwiegenden Gründe. Es erfolgte eine Umsiedlung der Menschen in das drei Kilometer entfernte Gällivare.

Auf dem Berg Dundet mit heißen Getränken

Bei Ankunft auf dem Berg Dundret wurde ein Tisch mit heißen Getränken aufgebaut. Trotzdem war es auch aufgrund des eisigen Windes bitterkalt.

Der heute ungenutzte Streifen zwischen den beiden Ortsteilen von Malmberget ist rund 500 Meter breit. Der etwas dichter besiedelte Westteil heißt weiterhin Malmberget. In diesem befindet sich auch die meisten öffentlichen Einrichtungen. Der östliche Teil trägt den Malmberget östra („Malmberget Ost“).

In Malmberget finden Besucher ein Grubenmuseum vor, in dem sie umfassende Informationen über die Geschichte des örtlichen Erzbergbaus bis in die heutige Zeit erhalten. Auch eine einzigartige Mineralsammlung und sowie eine Fotoausstellung können hier besichtigt werden.

Blick vom Berg Dundet ins Tal bei dichtem Nebel

Auf dem Gipfel der Berges Dundret: Von hier aus hat man normalerweise um diese Zeit zur Sommersonnenwende einen herrlichen Ausblick mit der Mitternachtssonne ins Tal.

Um 23 Uhr fuhren wir mit dem Bus schließlich hinauf auf den insgesamt 823 Meter hohen Berg Dundret, auf dem bei gutem Wetter die Mitternachstsonne zu sehen ist. Doch leider hatte sich diese heute aufgrund der Witterung hinter den Wolken versteckt. Uns erwartete dichter Nebel und ein eisiger arktischer Wind mit leichtem Graupel. Die Außentemperatur betrug 1° C. Auf dem Berg angekommen verließen alle Fahrgäste den Bus. Draußen wurde vom Busfahrer ein Tisch mit Kaffee und heißem Tee aufgebaut. Trotz allem hielt man es augrund des eisigen Windes in der freien Natur nicht lange aus. Wir liefen zu der Stelle, an der aus man normalerweise den genialen Blick mit der Mitternachtssonne ins Tal hat. Leider sah man außer einigen Umrissen gar nichts.

Wetterstation auf dem Berg Dundet im schwedischen Gällivare

Auch die Radio- und Wetterstation auf dem Berg Dundret lag heute in dichtem Nebel

Auf dem Berg Dundret befindet sich zudem eine Wetterstation, die jedoch auch an diesem Tag im Nebel lag.  In einer Wetterstation oder Wetterhütte kommen verschiedene Messgeräte zum Einsatz, die zur Bestimmung meteorologischer Größen und daher der Wetterbeobachtung an einem bestimmten Ort dienen. Diese feinmechanischen Messinstrumente werden von unterschiedlichen Anbietern vertrieben, unter anderem auch von Balticproducts.eu, einem schwedischen Familienunternehmen mit Sitz in Orrefors. Des Weiteren werden Wetterstationen für staatliche Wettermessungen sowie Wettervorhersagen genutzt.

Während unseres nicht allzu langen Aufenthalts auf dem Berg Dundret froren nach kürzester Zeit trotz warmer und wetterfester Kleidung alle. Wir machten noch schnell ein paar Fotos von der Nebelwand, danach traten wir mit dem Bus den Rückweg an. Noch vor Mitternacht kamen wir wieder an unserem Hotel an. Wir unterhielten uns an der Hotelbar noch kurz mit einem Schweizer Ehepaar, das wir bereits von der Fahrt mit der Inlandsbahn her kannten. Unter anderem sprachen wir über das Thema Reisen und Orte, die wir bereits besucht hatten, wie zum Beispiel Island, Mallorca, Kanarische Inseln etc..