Der Nationalpark Caldera de Taburiente

Unser La-Palma-Urlaub vom 18.07. – 28.07.2016

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Wir schreiben den 9. März 2017. Trotz meteorologischem Frühlingsbeginn und gestiegener Temperaturen erinnert das Wetter eher an einen tristen Herbsttag, draußen hat es sich eingeregnet, die Sonne versteckt sich hinter einem dichten grauen Wolkenteppich. Die Vorhersage für die nächsten Tage ist jedoch zum Glück besser.

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Draußen herrscht tristes Regenwetter: Sonne, ich vermisse dich!

Um mir auch für heute gedanklich zumindest sonnigeres Wetter vorzustellen, entschließe ich mich, an meinem La-Palma-Urlaubsbericht weiterzuschreiben, den ich vor einiger Zeit begonnen habe. Also begebe ich mich auf die Reise zurück zum letzten Sommer…

Rückblende Juli 2016: Da wir mittlerweile den Mietwagen haben, beschließen wir heute, zum Nationalpark Caldera de Taburiente zu fahren. Weil dieser einer der meistbesuchten Attraktionen auf La Palma ist,  braucht man mittlerweile aus Naturschutzgründen eine Zugangsgenehmigung, die unter anderem im Nationalparkzentrum ausgegeben werden. Also machen wir uns als erstes auf den Weg dorthin. Wir haben Glück und bekommen eine der wenigen noch verfügbaren, denn im Sommer ist der Besuch des Nationalparks von vielen begehrt. Es ist ein sehr heißer Tag, vor allem hier im Landesinneren steht die Luft regelrecht. Wir passieren die Schranke und fahren zu dem ausgewiesenen Parkplatz.

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Der Nationalpark Caldera de Taburiente – prächtige Kiefern- und Pinienwälder prägen gemeinsam mit mächtigen Bergketten das Bild

Da die Mittagszeit gerade vorbei ist, ist im Nationalpark im Moment noch nicht viel los. Wir steigen aus dem Wagen und genießen die derzeitige Stille. Rundherum erstrecken sich die Kiefern- und Pinienwälder, vor uns erheben sich mächtige Felsformationen. Wir nutzen die Ruhe für schöne Fotoaufnahmen.

Um einen ersten Eindruck vom Nationalpark zu bekommen, machen wir uns anschließend zu einer kleinen Wanderung auf. Der Weg, auf dem wir laufen, schlängelt sich um die Caldera. Dieser spanische Begriff bedeutet im Deutschen nichts anderes als Talkessel. Die 9 Kilometer lange Caldera de Taburiente wird von 1800 Meter hohen Felswänden umschlossen. Die Atmosphäre erinnert stark an die Alpen. Auf dem Grund des Talkessels gibt es zahlreiche Bäche, die unter anderem zu imposanten Wasserfällen zusammenfließen.

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Unsere kleine Wanderung entlang der Caldera – wir genießen die einmalige durch rote Felsformationen und grüne Bäume geprägte Atmosphäre

Aufgrund des Wassers innerhalb der Caldera sowie der Passatwinde gibt es hier viel Grün. Hinsichtlich der Entstehung des Talkessels gehen Wissenschaftler mittlerweile davon aus, dass diese sehr runde Form durch die Erosion mehrerer vulkanischer Gebirgszüge entstand, die sich im Laufe der Jahrtausende nebeneinander aufgebaut hatten. Die Witterung sowie die Kraft des Wassers sorgten für das Übrige.

Leider ist die Luft im Nationalpark heute dunstig, sodass der klare Blick in den Talkessel fehlt. Trotzdem genießen wir das einmalige Panorama aus grünen Bäumen und rötlichen Felsformationen. Mit der Zeit wird unser Wasser knapp, die Hitze ist drückend. So entschließen wir uns nach einiger Zeit wieder für den Rückweg. Am Parkplatz angekommen ist es mittlerweile mit der Stille vorbei. Es ist späterer Nachmittag, viele Besucher haben sich jetzt im Nationalpark eingefunden. Als wir nach unten fahren und die Schranke passieren, entdecke ich an der Seite einen Wasserhahn, aus dem sich auch andere Besucher ihre Trinkflaschen füllen. Ich spiele mit dem Gedanken, mir ebenfalls davon zu holen. Da es jedoch nirgendwo ein Hinweisschild auf Trinkwasser gibt, überlege ich es mir doch schließlich anders. Man weiß ja nie… Also holen wir uns unser Wasser doch lieber an der nächsten Tankstelle.

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Der imposante Talkessel Caldera de Taburiente – entstanden vermutlich durch Erosion mehrerer vulkanischer Gebirgsketten – leider liegt er an diesem Tag leicht im Dunst

Der Teide-Nationalpark

Unser Teneriffaurlaub vom 23.03. – 31.03.2014

Übersicht aller Reiseberichte (Bitte klicken):

– Einleitung/Allgemeine Infos

– Hotel San Felipe

– Puerto de la Cruz

– Botanischer Garten

– Der Vulkan Teide

– San Andrés

– Playa de las Teresitas

– Das Bergdorf Masca im Teno-Gebirge

– Playa de las Américas

Am meisten aller von uns besuchten Teneriffa-Highlights beeindruckte mich die imposante Landschaft des Nationalparks, in dessen Mittelpunkt sich der 3.718 Meter hohe Vulkan Teide befindet. Zum Nationalpark selbst wurde das Gebiet im Jahr 1954 erklärt, 2007  nahm die UNESCO es auf die Liste der Weltnaturerbe auf.

Straße vom Teide-Nationalpark in die Gegenrichtung führend

Straße vom Teide-Nationalpark in die Gegenrichtung führend

Um in diese sehenswerte Region zu gelangen, fuhren wir mit unserem Mietwagen die 42 Kilometer lange Strecke, die im Westen der früheren historischen Hauptstadt La Laguna beginnt. Die auf einer schmalen Gebirgskette verlaufende Route gilt aufgrund des tollen Landschaftspanoramas als die schönste, die man auf der Insel überhaupt fahren kann. An zahlreichen Orangenbäumen und Kakteen vorbei gelangten wir in das kleine abgelegene Dorf La Esperanza. Von dort aus ging es weiter durch den Esperanza-Wald, dessen Bild durch viele Kiefern, Lorbeer- und Eukalyptusbäume geprägt ist.  An mehreren Aussichtspunkten, auch unter dem Namen Miradors bekannt, hielten wir an, um die malerische Umgebung auf uns wirken zu lassen und schöne Bildaufnahmen zu machen. Auf dem Mirador Montaña Grande in einer Höhe von rund 1120 Metern konnten wir auf der einen Seite auf die Insel La Palma, auf der anderen auf Gran Canaria blicken. Auf 2000 Metern Anhöhe war die Baumgrenze erreicht, der dichte Wald wich einer schroffen Felslandschaft mit niedrigen Kiefern und kleinen Sträuchern.

Bereits bei Einfahrt in den Nationalpark hatte ich das Gefühl, eine völlig andere Welt zu betreten.

Einfahrt in den Teide-Nationalpark

Einfahrt in den Teide-Nationalpark

Blick in die eindrucksvollen "Canyons" des Nationalsparks

Blick in die eindrucksvollen „Canyons“ des Nationalsparks

Die unzähligen in verschiedenen Farben gehaltenen Gesteinformationen aus Basalt, die eindrucksvollen teilweise 100 Meter hohen Steilwände sowie der gigantische Talkessel (Caldera) erinnerten mich an die amerikanischen Canyons, die ich allerdings nur aus dem Fernsehen kenne. Der Caldera hat seine einzigartige Form Eruptionen eines vor rund 4 Millionen Jahren aktiven Urvulkans zu verdanken, der wesentlich höher und imposanter war als der heutige Teide. Durch ausgetretene Lava dieses Feuerbergs enstanden Hohlräume, die zum Einsturz des Vulkanmassivs in die Magmakammer führten. Auf diese Weise bildete sich der von Steilwänden umgebene Kessel.  Eindrucksvoll sind des Weiteren schwarze, graue und auch rote Lavafelder, die Zeugnis über weitere Vulkanausbrüche im Laufe der (Erd-)geschichte geben.

Als besondere Attraktion im Nationalpark gilt die Felsformation Roques de García, die sich am Rande des imposanten Talkessels befinden.

Die bizarre Gesteinsformation "Roques des García"

Die bizarre Gesteinsformation „Roques des García“

Sie verläuft über eine Länge von rund zwei Kilometern erst in nordwestliche, danach in südöstliche Richtung. Mit einer Höhe von 200 Metern gilt der vorgelagerte Fels La Cathedral als der größte dieser Gesteinsgruppe. Das Alter der Roques des García wird auf etwa 1,5 Millionen Jahre geschätzt. Allerdings ist ihre Entstehung unter Wissenschaftlern umstritten. Einer ihrer Theorien zufolge blieben sie beim Abrutschen der umliegenden Caldera vor ca. 170.000 Jahren aufgrund ihrer großen Stabilität bestehen. Gegenüber dieser Gesteinsformation befindet sich das einzige Hotel des Nationalparks, das unter dem Namen Parador Nacional bekannt ist. Von hier aus haben Besucher die Gelegenheit, Wanderungen durch die eindrucksvolle Landschaft zu unternehmen. Dies ist entweder alleine oder in einer geführten Gruppe möglich.

Auch sollte die einzigartige Flora des Nationalparks nicht unerwähnt bleiben. Vor allem im Frühjahr und zu Beginn des Sommers blühen hier unzählige Pflanzenarten, die nur in diesem Gebiet zu finden sind. Für ihre Bestäubung sorgen eine großen Anzahl an Insekten, unter anderem einheimische Bienen.