Unser letzter Tag: Besteigung des Stockholmer Rathausturms und Abreise

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Heute war unser letzter Tag in Schweden angebrochen. Zum letzten Mal packten wir unsere Koffer. Diese deponierten wir nach dem Frühstück noch bis zum frühen Nachmittag im Hotel. Dann machten uns auf den Weg zum Rathaus, um an der Turmbesteigung teilzunehmen. Da wir bis zum nächsten Aufstieg noch ein wenig Zeit hatten, nutzen wir diese im zugehörigen Garten, um noch ein paar Fotos zu machen.

Stockholm Rathaus

Das Stockholmer Rathaus mit seinem 106 Meter hohen Eckturm. Erbaut wurde es zwischen 1911 und 1923 nach den Vorlagen des Architekten Ragnar Östberg.

Im Stockholmer Rathaus, das auch als Stockholms stadshus bekannt ist, befindet sich der Sitz der Stadtregierung und des Stadtparlamentes. Das eindruckvolle Gebäude liegt am südöstlichen Ende der im Mälarsee gelegenen Insel Kungsholmen. Erbaut wurde es zwischen 1911 und 1923 nach den Entwürfen des Architekten Ragnar Östberg im Stil der schwedischen Nationalromantik, seine Einweihung fand am 23. Juni 1923 statt. Der Ost- und der Südflügel des Verwaltungsgebäudes zeigen auf den See. Zusammengefasst werden diese Gebäudeteile von dem 106 Meter hohen Eckturm, der mit dem Reichswappen Tre Kronor abschließt.

Um auf den Turm zu gelangen, besteht für eine begrenzte Anzahl von fünf Personen die Gelegenheit, den Aufzug bis zur halben Höhe zu nehmen. Von dieser Möglichkeit machte ich kurzerhand Gebrauch, Michael hingegen legte den kompletten Aufstieg über die Treppen zurück. Zunächst ging es bei ihm ein breites Treppenhaus hinauf, das später schließlich enger wurde. Wo der Aufzug endet, befindet sich ein Zwischenstockwerk mit Figuren. Die Treppen gingen weiter, und der Gang wurde noch ein wenig enger. Im oberen Teil führte über eine weitere Strecke eine Steigung hinauf, und es kaman nur gelegentlich 2-3 Treppen. Auf der letzten Etappe führt noch einmal  eine steile Treppe nach oben, bis man schließlich auf die Plattform gelangt. Michael wollte beim Aufstieg die Stufen zählen, hatte es aber nach mehrmaligem Verzählen aufgegeben. Ich legte ebenfalls die obere Hälfte des Aufstiegs zu Fuß zurück.

Stockholm Alstadt Gamla Stan

Blick vom Stockholmer Rathausturm auf die Altstadt Gamla Stan mit der Insel Ridderholm im Vordergrund.

Oben angekommen, hatten wir einen imposanten Ausblick auf Stockholm und die weitere Umgebung. Hier entstehen die meisten typischen Bilder von Stockholms Altstadt Gamla Stan mit der Insel Ridderholm im Vordergrund. Leider ging während unseres Aufenthalts auf der Aussichtsplattform zwischenzeitlich immer wieder die Sonne weg. Trotzdem können wir von hier oben einige sehr schöne Aufnahmen inklusive eines Videos machen. Insgesamt dauerte unser Aufenthalt nur 15 Minuten, mitsamt des Auf- und Abstiegs kamen wir auf 35 Minuten. Danach mussten wir alle wieder unten sein, so dass die nächste Gruppe nach oben steigen konnte. Genau in dem Moment, als wir den Abstieg antraten, brach ein Feueralarm aus, so dass wir wieder (per Treppe natürlich) nach unten mussten. Beim Abstieg darf der Aufzug nicht genommen werden, erst recht nicht bei Feueralarm.

Dieses Mal ließ sich Michael (auch vom Alarm) nicht ablenken und zählte die Treppen. Er kam auf 339 Stufen (inkl. der Einzelstufen im oberen Bereich mit der Steigung). Ich habe nachträglich noch auf mehreren Webseiten recherchiert, dort wird von 365 Stufen gesprochen.

Stockholm Schloss

Am Stockholmer Schloss – ein letztes Mal.

Als wir wieder unten ankamen, stieg uns ein verkokelter Geruch in die Nase, auch die Feuerwehr war zwischenzeitlich zu hören. Doch offenbar schien nichts Schlimmeres passiert zu sein, möglicherweise wurde der Alarm durch die Bauarbeiten am gegenüberliegenden Gebäude des Rathauskomplexes ausgelöst. Zum Abschluss gingen wir noch ein letztes Mal in die Altstadt, um gegebenenfalls die Wachablösung am Schloss mitzubekommen. Doch wir kamen zu spät.  Wir machten noch einige Bilder vom Schloss und der Umgebung, dann gehen wir zurück zum Hotel, um die Koffer zu holen.

Stockholm Platz Stortorget

Zum Schluss passierten wir auch noch einmal den in der Stockholmer Altstadt gelegenen bekannten Platz Stortorget.

Am Hauptbahnhof angekommen, kauften wir die Tickets für den Arlandaexpress, der uns zum Flughafen bringen sollte. Wir hatten Glück, und es fuhr gerade eine Bahn ab. Überpünktlich kamen wir am Flughafen an, so dass wir in Ruhe einchecken und unser Gepäck aufgeben konnten. Beim Einchecken und der Gepäckaufgabe ging alles per Automat, was für uns recht ungewohnt war. Wir erhielten jedoch Hilfe von Flughafenmitarbeitern.

Der Durchgang durch die Sicherheitsschleuse ging zügig und problemlos. Allerdings staute es sich beim Einstieg ins Flugzeug, da einigen Fluggästen nicht bewusst war, dass man auch hinten einsteigen kann. Dies wurde sogar mehrfach über Lautsprecher gesagt. Infolgedessen kam es zu Verzögerungen, das Flugpersonal befürchtete, dass wir nicht mehr pünktlich starten konnten. Es klappte jedoch noch rechtzeitig, so dass wir pünktlich in Frankfurt am Main landeten. Ein wenig wehmütig gingen wir in Richtung Gepäckausgabe, um unsere Koffer in Empfang zu nehmen. Hinter uns lagen aufregende Tag, wir hatten viel gesehen und erlebt. Noch lange werden wir von dieser Reise zu erzählen haben. 🙂

Stockholm Flughafen Arlanda

Und jede Reise geht leider irgendwann wieder zu Ende – diese wird uns noch lange in Erinnerung bleiben!

Stockholm: Besuch der Markthalle und Fahrt zum Schloss Drottningholm

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel machten wir uns zunächst auf den Weg zum nahegelegenen Markt beim Konzerthaus und besichtigten auch die dortige Markthalle Hötorgshalle. Diese besticht vor allem durch ihre unzähligen kulinarischen Spezialitäten aus verschiedenen Ländern.

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Markthalle von Stockholm

Kulinarische Köstlichkeiten in der Markthalle von Stockholm

Nachdem wir uns an den vielen Leckerein sattgesehen hatten, begaben wir uns in Richtung Hafen. Wir hatten vor, eine Schifffahrt durch einen Teil der Schärenlandschaft zum Schloss Drottningholm zu unternehmen. Bei diesem beeindruckenden Bauwerk handelt es sich um die Residenz des schwedischen Königspaares. Die Tickets kauften wir direkt am Hafen. Das Schiff startete nicht lange danach, und zwar pünktlich zur Mittagszeit um 12.00 Uhr.

Bei meiner Foto- und Filmkamera neigte sich meine letzte Speicherkarte dem Ende zu, so dass ich immer wieder Aufnahmen löschen musste, damit noch Platz für neue Bilder war. Die Fahrt durch die Schärenlandschaft war wirklich beeindruckend und lud regelrecht zum Filmen und Fotografieren ein, so dass mich der knappe Speicherplatz auf meiner Karte zunehmend ärgerte.

Schärenlandschaft rund um Stockholm

Blick in die Schärenlandschaft rund um Stockholm von unserem Schiff aus.

Nach etwa 50 Minuten erreichten wir das Schloss. Noch war das Wetter gut, doch von Weitem näherte sich bereits eine dunkle Wolkenfront. Wir bewegten uns in Richtung Park, um noch einige gute Aufnahmen von dem Schloss machen zu können, bevor die Sonne endgültig weg war und der Regen kam. Das Schloss mit der zugehörigen Parkanlage war wirklich imposant! Wir konnten noch einige schöne Bilder machen, doch schließlich zog sich der Himmel zu.

Schloss Drottningholm in Schweden

Das Schloss Drottningholm mit der zugehörigen Parkanlage beeindruckte uns sehr.

Wir beeilten uns, um noch trockenen Fußes in das Schlosscafé zu kommen. Leider schafften wir es nicht mehr ganz, der Regen und ein starker Wind setzten ein. Zum Glück hatten wir Schirme dabei, doch ich musste darauf achten, dass mir meiner nicht wegflog. Wir machten bei einer Tasse Kaffee Pause, bis der Regen schließlich nachließ. Danach liefen wir durch den Park zum Chinesischen Schloss, das sich ebenfalls auf dem Gelände befindet.

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Das Chinesische Schloss auf dem Gelände von Schloss Drottningholm.

Bei unserem Aufbruch regnete es noch leicht, doch schließlich hörte es auf und die Sonne zeigte sich wieder, so als wäre nie etwas gewesen (Aprilwetter im Juni). Wir konnten einige schöne Aufnahmen vom Chinesischen Schloss machen, sogar vor blauem Himmel. Gegen 16.00 Uhr nahmen wir das Schiff zurück nach Stockholm. Es war viel los, so dass wir kaum einen Platz bekamen. Als besonders ärgerlich empfanden wir, dass einige Leute jeweils zwei Plätze für sich beanspruchten, um die Füße hochzulegen. Bei gutem Wetter erreichten wir wieder Stockholm.

Stockholm Altstadt

Blick auf die Stockholmer Altstadt Gamla Stan von unserem Schiff aus.

Wir erkundigten uns noch am Rathaus, wann wir morgen auf den Turm hoch konnten. Die Karten für den Aufstieg werden generell nicht am Vortag verkauft. Wir planten den morgigen Vormittag für die Turmbesteigung ein. Danach machten wir uns direkt auf den Weg in die Stockholmer Altstadt, da wir bereits hungrig waren. Wir aßen heute zeitig und günstig in einem Grillimbiss. Zu meinen Fleischgericht trank ich eine Cola. Nach den vielen Tagen mit vorwiegend stillem Wasser hatte ich so richtig Lust dazu!

Fußgängerzone in der Stockholmer Altstadt

Fußgängerzone in der Stockholmer Altstadt

Auf dem Weg zur Toilette schaute sich Michael das Schaufenster in einem benachbarten Souvenirshop an. Der Kellner des Imbisses bekam das mit und gab uns einen Gutschein für Souvenirs mit 10% Preisnachlass. Offenbar gehörten das Geschäft und das Schnellrestaurant zusammen. Nach dem Essen wollten wir in den Laden, doch er sah schon geschlossen aus. Der Verkäufer bekam jedoch mit, dass wir davor standen und sperrte für uns das Geschäft noch einmal auf, so dass wir unsere Souvenirs kaufen konnten. Wir holten uns zwei Kühlschrankmagnete von Stockholm (wir jeden einen).

Stockholm Irish Pub

Den letzten Abend unseres Schweden-Urlaubs verbrachten wir in einem Irish Pub bei tchechischem Bier (sehr international demnach :-))

Ursprünglich hatten wir vor, nach dem Essen noch einmal ins Hotel zu gehen, doch schließlich blieben wir in der Altstadt, um den Abend in Ruhe ausklingen zu lassen. Wir fanden einen Irish Pub, in dem es gemütlich und von der Lautstärke her angenehm war. So verbrachten wir hier einen schönen letzten Abend bei tschechischem Bier. Witzig fanden wir, dass wir uns in Schweden befanden und in einem Irish Pub tschechisches Bier tranken, was ich natürlich gleich posten musste :-). Noch in der Dämmerung brachen wir gegen 23.30 Uhr in Richtung Hotel auf. Die Stimmung war leicht gedrückt, da der sich der Urlaub nun dem Ende zuneigte.

Letzte Etappe: Fahrt von Östersund nach Stockholm

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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An diesem Morgen des 9. Tages unserer Schweden-Tour fuhr die Inlandsbahn pünktlich um 8.15 Uhr in Östersund ab. Kurz nachdem wir den Ortsteil Brunflo passiert hatten und der See Locknesjön auftauchte, informierte uns die Zugbegleiterin, dass hier vor über 400 Millionen Jahren ein Meteorit einschlug.  Einige Zeit später hielten wir in der Gemeinde Hackas. Dort soll die älteste Kirche der Provinz Jämtland stehen.

Die schwedische Inlandsbahn

Unsere letzte Etappe mit der schwedischen Inlandsbahn.

Das Wetter war an diesem Morgen sehr sonnig, so dass sich uns während der Zugfahrt ein malerisches Panorama bot. Auch der am südlichen Ende des Sees Storsjön liegende Ort Svenstavik bot eine traumhafte Kulisse. Von der Zugbegleiterin erfuhren wir , dass sich hier die Hoverberggrotte befindet. Entdeckt wurde diese 1897 von Jöns Väst im Hoverberg. Von Besuchern kann diese über eine Stahltreppe betreten werden, die etwa 12 Meter in die Tiefe führt.  Unten in einem Vorraum angekommen, gelangt man auf einer weiteren Treppe einen steilen Abgang hinunter in das Innere der Höhle, deren Länge 170 Metern betragen soll.

Teile der Grotte werden seit Beginn des Jahres 2010 mit grünem und rotem Licht beleuchtet. Einer Legende zufolge wohnte hier früher ein Berggeist namens Hoverbergsmann.  Als jedoch die Menschen die Grotte erkundeten, verließ er diesen Ort.

Bahnhof von Åsarna

Zwischenhalt in Åsarna – Dieser Ort ist auch unter dem Namen „Golden Village“ bekannt.

Unser nächster Halt war der Ort Åsarna, an dessen Raststätte wir auf der Hinfahrt zu Abend gegessen hatten. Die Gemeinde ist auch unter der Bezeichnung „Golden Village“ bekannt, denn der dortige Sportverein brachte viele Medaillengewinner beim Skifahren hervor. Hier gibt es auch ein Ski- sowie ein Klomuseum. Letzteres gilt als das einzige seiner Art in Europa.

Auf unserer Weiterfahrt passierten wir den Ort Röjan. Das gesamte Gebiet gilt als menschenarm, jedoch bärenreich. Hier gibt es viele Wasserfälle und Stromschnellen. Zudem verfügt die umliegende Region über gutes Angebot für Angler, wie zum Beispiel den See Lilla Sörtjärn.

Der auf der weiteren Strecke liegende Ort Överhogdal ist vor allem für seine fünf Wandteppiche aus der Wikingerzeit bekannt. Diese wurden im Jahr 1909 bei der Renovierung der dortigen Kirche gefunden. Nach C14-Messungen entstanden diese zwischen 1040 und 1170 nach Christus. Mittlerweile befinden sich die Teppiche im Jämtli-Museum in Östersund. Später passierten wir die Gemeinde Ytterhogdal. Neben der Inlandsbahn führt hier die Europastraße 45 durch. Der Ort selbst gilt als der Mittelpunkt Schwedens. Er liegt ca. 40 Minuten mit dem Auto von drei größeren Skigebieten entfernt.

Unser nächster Halt war die Gemeinde Sveg, an dessen Bahnhof wir bereits auf der Hinreise pausierten. Wie schon im Abschnitt „Unsere erste Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Östersund“ erwähnt“, ist dieser Ort seit den 1270ern als Thingplatz bekannt, zudem war er bis ins 19. Jahrhundert ein Kirchenzentrum.

Die Brücke, die wir bei unserer Weiterfahrt passierten,  spielte eine große Rolle in einem Buch von Henning Mankell („Die Rückkehr des Tanzlehrers“). Sie wurde sogar nach diesem berühmten Kriminautor benannt (Mankellbron).

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Mittagessen in Fagelsjö

Unser Mittagessen nahmen wir in Fagelsjö ein. In dem Ort gibt es ein Bauernhofmuseum sowie Holzhäuser, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden (Hälsingehof). Es fing an zu regnen, so dass ich mich mit meinem Sandwich zurück in den Zug verzog.

Nach einer halben Stunde Pause bewegte sich unsere Bahn weiter gen Süden. Nahe Fagelsjö gibt es den Hamra-Nationalpark, der früher einmal der kleinste Nationalpark Schwedens galt. Als nächstes fuhren wir an einer Wasseraufnahmestelle bei Älvho vorbei, einem beeinduckenden Konstrukt aus Holz.

Im Folgenden führte uns die Bahn durch den Bezirk Orsa Finnmark. Bekannt ist dieser durch seine hohe Bärenpopulation, die als die dichteste wildlebende Schwedens gilt. Die Zugbegleiterin erzählte uns, dass gerade erst gestern von der Inlandsbahn aus ein Bär gesichtet wurde. Im 17. Jahrhundert siedelten in der Region Finnen, die viele Namen der umliegenden Orte prägten.

Zug nach Stockholm

Der Zug nach Stockholm fuhr pünktlich in Mora ab.

Wie auf der Hinfahrt hielten wir auch jetzt an der Schlucht Storstupet mit ihrer imposanten Stromschnelle. Der Zug traf pünktlich in Mora ein. Bis zu unserer Weiterfahrt nach Stockholm hatten hier noch 30 Minuten Aufenthalt. Da es wieder anfing zu regnen, zog ich mich in das dortige Bahnhofsgebäude zurück. Der Inter City nach Stockholm stand rechtzeitig bereit und fuhr auch pünktlich los. Da Sonntag war und offenbar viele Wochenendpendler in die Hauptstadt zurück fuhren, war der Zug voll belegt. Zum Glück hatten wir unsere Plätze im Vorfeld reserviert.

Gegend Abend trafen wir in Stockholm ein. Das Hotel lag ein Stück vom Bahnhof entfernt, so dass wir noch einige Meter zu laufen hatten. Unser Zimmer befand sich im Untergeschoss und war ohne Fenster, was jedoch oftmals üblich in den nordischen Ländern ist, denn hier sind die Nächte lange hell. Wir ruhten uns eine Weile im Zimmer aus, dann stärkten wir uns am Bahnhof bei einem thailändischen Imbiss. Anschließend machten wir uns noch einmal auf den Weg in die Altstadt in einen Irish-Pub. An diesem Abend spielte dort eine Band. Bei guter irischer Musik und einem kühlen Kilkenny ließen wir den doch recht langen Tag ausklingen.

Irish Pub in Stockholm

Den Abend ließen wir gemütlich in Stockholm in einem Irish Pub ausklingen

Vilhelmina

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Nach der Anstrengung der letzten Tage schliefen wir an dem Morgen nach unserer Ankunft in Vilhelmina erst einmal aus.  Unser Frühstück nahmen wir daher recht spät ein.  Für den ganzen Tag war Regen angesagt. Das schlechte Wetter lockte uns so gar nicht nach draußen, daher setzten wir uns in die Hotellobby und warteten erst einmal ab. Doch der Regen ließ nicht nach.  Das dänische Ehepaar, das die ganze Zeit über zu unseren Mitreisenden gehörte, kam nach einiger Zeit dazu.

Blick in den alten Ortskern von Vilhelmina

Blick in den alten Ortskern von Vilhelmina

Von beiden erfuhren wir, dass die Touristeninfo bis 14.00 Uhr geöffnet hatte und dass es die Straße weiter runter ein kleines Museum zur samischen Kultur gab. Daher rafften wir uns schließlich doch noch auf. Wir gingen zunächst zur Touristeninformation und erfuhren dort, dass dieses Museum noch bis 15.30 Uhr offen war.

Wir machten uns auf den Weg dorthin.  Es handelte sich um eine nette kleine Ausstellung, die in einem Raum untergebracht war. Zu sehen gab es hier zahlreiche Bilder, Werkzeuge, Geschirr, Schmuck etc. zur samischen Kultur. Leider war das Fotografieren nicht erlaubt. Zum Museum gehörte auch ein Shop mit vielen schönen Souvenirs aus der Region.

Vilhelmina Museum

Eingang zu dem kleinen Museum in Vilhelmina – in diesem erwarteten uns etliche Exponate zur samischen Kultur

Wir kamen mit dem Inhaber der Ausstellung ins Gespräch. Dieser meinte mit einem Augenzwinkern, das Wetter sei zwar schlecht, jedoch gut für sein Geschäft. Wir kaufen ein paar Souvenirs, u. a. eine Tasche, Behälter für Zahnstocher und einen Kühlschrankmagnet.

Später machen wir uns auf den Weg ins Samidorf, in dem Michael gestern bereits war, jedoch noch nicht ich. Der Weg ging sehr steil nach oben. Das Dorf bestand aus einigen Sami-Hütten und ist durchaus sehenswert. Allerdings hatten wir oben eine regelrechte Plage mit den Mosquitos. Man konnte kaum in Ruhe fotografieren, da sich die Viecher auf die Hände und auch ins Gesicht setzen.

Sami-Dorf in Vilhelmina

Das Sami-Dorf auf einer Anhöhe in Vilhelmina – leider wurden wir hier von zahlreichen Mosquitos gestört.

Nachdem wir noch die nahegelegene Kirche fotografiert haben, gingen wir in ein nahegelegenes Café und stärkten uns bei Kaffee und Kuchen erst einmal. Danach ging es zurück ins Hotel. In der Lobby machten wir es uns erst einmal gemütlich und warteten die verbleibende Zeit ab, bis wir uns auf den Weg zum Bahnhof machten. Es regnete nach wie vor.

Bei unserer Ankunft am Bahnhof stand der Zug schon bereit. Nun ging unsere Reise weiter gen Süden. Es regnete weiterhin. Unser erster Halt war der Ort Dorotea. Da der Zug sehr gut in der Zeit lag, hatten wir dort 10 Minuten Aufenthalt.

Der Zugbegleiter empfahl uns, die Halle im alten Bahnhof anzuschauen, da diese wohl sehr sehenswert war. Allerdings waren die Türen abgeschlossen, so dass dies nicht möglich war.

Schweden Vilhelmina Rege

Dauerregen heute den größten Teil des Tages

Während der anschließenden Weiterfahrt regnete es noch immer. Unser nächster Halt war Hoting mit der historischen Dampflok am Bahnhof. Wegen des Regens stieg aber niemand aus. Die Dampflok hatten wir auf dem Hinweg schon gesehen und ausgiebig fotografiert. Langsam ließ der Regen nach, und die Wolkendecke sah heller und freundlicher aus. Kurz darauf zeigte sich die Sonne.

Wir erreichten Östersund pünktlich und kamen trockenen Fußes im Hotel an. Wie auf der Hinfahrt aßen wir wieder in dem gegenüberliegenden Pub zu Abend. Bei mir gab es heute Rentier Medium. Es handelte sich hierbei um ganz feines Steakfleisch, eine absolute Köstlichkeit. 🙂

Die erste Etappe der Rückfahrt mit der Inlandsbahn nach Vilhelmina

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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An diesem Morgen frühstückten wir sehr zeitig in unserem Hotel in Gällivare, denn heute stand die Rückfahrt mit der Inlandsbahn an. Unser Ziel war die lappländische Stadt Vilhelmina, die sich sehr schön gelegen an einem See befindet. Die Bahn fuhr bereits um 7.50 Uhr ab, daher hatten wir bereits unsere Koffer am Vorabend gepackt.

See in Schweden

Auf dem Rückweg mit der Inlandsbahn in Richtung Vilhelmina empfing uns nach wenigen Kilometern strahlend blauer Himmel

Auf dieser Etappe empfing uns dieselbe Zugbegleiterin wie am ersten Tag. Sie hieß Linda, charakteristisch bei ihr waren die Blumen im Haar, die sie bereits auf der Hinfahrt trug. Schon auf dieser ersten Etappe erzählte sie uns vieles über die Regionen, durch die wir fuhren. Heute war Freitag, der Tag vor dem Mittsommerfest. Noch war der Himmel sehr wolkenverhangen, nach nur wenigen Kilometern löste sich die Bewölkung jedoch auf. Strahlend blauer Himmel kam zum Vorschein. Dieser ließ die Landschaft gleich ganz anderes erscheinen.

Polarkreis in Schweden

Der Polarkreis dieses Mal bei gutem Wetter

Wir fuhren über viele Brücken, sowie an Seen und Staudämmen vorbei. Im Zug bestellten wir unser Mittagessen für 11.00 Uhr. Schließlich passierten wir den Polarkreis, an dem wir erneut hielten. Im Gegensatz zur Hinfahrt empfing uns traumhaftes Wetter, so dass wir viele schöne Fotos machen konnten. Das Mittagessen fand später in einem kleinen Ort direkt im Bahnhofsgebäude statt. Wir wurden von einer kleinen Gruppe Kinder und auch Erwachsener empfangen, die anlässlich des bevorstehenden Mittsommerfestes um einen Maibaum tanzten, ganz in ursprünglicher schwedischer Tradition.

Tanz um den Maibaum zu Mittsommer

Tanz um den Maibaum anlässlich des bevorstehenden Mittsommerfestes

Bei Mittagessen hatte ich mich für eine Salatplatte entschieden, die sehr lecker und erfrischend war. Da wir vorher noch ausgiebig den „Tänzern“ um den Maibaum zugesehen hatten, war die Zeit zum Essen recht knapp. Wir mussten uns zum Schluss sehr beeilen.

Weiter ging es in Richtung des Ortes Arvidsjaur, wo wir auf der Hinfahrt auch übernachtet hatten. Hier hatten wir einen längeren Zwischenstopp, denn die Lok musste aufgetankt werden. Danach fuhr der Zug weiter nach Sorsele. Diese Strecke hatten wir auf der Hinfahrt mit dem Bus zurückgelegt, worüber ich in dem Kapitel „Unsere zweite Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Arvidsjaur“ berichtet habe. Auf diesem Abschnitt gab es viele Rentiere am und im Gleis, daher musste die Bahn zwischenzeitlich auch halten. Endlich kamen wir zu unseren Fotos. 😀

Inlandsbahnen in Schweden nebeneinander

Die beiden in entgegengesetzte Richtungen fahrenden Inlandsbahnen treffen sich in Sorsele

Nach unserer Ankunft in Sorsele hatten wir 15 Minuten Aufenthalt. Hier begegneten wir der Inslandsbahn, die gen Norden fuhr. Die nächste Etappe Richtung Vilhelmina verlief ohne größere Zwischenfälle. Unser Abendessen nahmen wir bereits um 16.15 Uhr im Rasthaus in Vilhelmina-Nord ein, in dem wir auch schon auf der Hinfahrt eingekehrt waren. Wegen Mittsommer gab es Lappland-Buffet. Wir wollten jedoch lieber Salat mit Krabben wir auf der Hinfahrt. Nach nur weiteren drei Kilometern erreichten wir schließlich unsere heutige Endstation, den Bahnhof von Vilhelmina.

Ausgestopfter Bär

Dieser freundliche Zeitgenosse empfing uns in der Hotellobby in Vilhelmina

Mit unseren Koffern bewegten wir uns zu Fuß zu unserem Hotel. Nach unserem Check-In ruhte ich mich erst einmal für eine halbe Stunde in unserem Hotelzimmer aus, denn ich war sehr müde. Michael hingegen machte sich sofort auf den Weg in den Ort, da momentan noch die Sonne schien und er einige gute Aufnahmen machen wollte. Er besuchte die Kirche sowie einige im Wald gelegene Häuser der Sami. Später kam ich ihm entgegen. Wir machten uns durch die alten Ortskern auf den Weg in Zentrum. Wir hofften, einiges von den Mittsommer-Feierlichkeiten mitzubekommen. Wie wir von einer der Zugbegleiterinnen erfahren hatten, wurde dieses Ereignis bereits am Vortag gefeiert.

See in Vilhelmina in Schweden

Toller Ausblick von unserem Hotelzimmer aus auf den See in Vilhelmina

Doch leider hatten wir kein Glück. Der Ort war wie ausgestorben, nirgends gab es etwas von diesen Feierlichkeiten zu sehen. Sämtliche Geschäfte und auch Gaststätten hatten geschlossen.  Wie es aussah, fand das große Ereignis ganz woanders statt. Da wir sehr früh zu Abend gegessen hatten, verspürten wir mittlerweile wieder Hunger. Daher kehrten wir in einem Pizza-Imbiss ein, der geöffnet war. Danach machten wir uns auf den Rückweg und verbrachten einen gemütlichen Abend im Hotel.

Impressionen vom Culture Trail in Gällivare

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Nach einer kleinen Kaffeepause beschloss auch ich, den rund 3 Kilometer langen Culture Trail in Gällivare zu laufen. Michael war ihn bereits nach seinem Besuch der LKAB-Mine gegangen, trotzdem begleitete er mich ab dem Bahnhof noch ein Stück. Der erste Teil der Strecke führte an den Bahngleisen entlang. Von hier aus hatten wir einen herrlichen Blick auf den Berg Dundret. Auf diesem Abschnitt befand sich auch eine sehr schöne samische Kirche aus dem Jahr 1747. Errichet wurde diese, um die Ureinwohner Lapplands zum Christentum zu bekehren.

Berg Dundret

Blick vom Culture Trail aus auf den Berg Dundret

Später machte der Weg eine Linkskurve. Ab hier ging ich alleine weiter. Auf der rechten Seite war das malerische Schloss Fjällnas zu sehen, an dem ich bereits am Vormittag vorbei gekommen war. Weiter ging an vorbei an Wohnhäusern und Gärten, die am Rand des Ortes lagen. Ich genoss den Spaziergang in vollen Zügen. Der Weg führte weiter in ein Waldstück, vor dem sich auch ein Campingplatz befand. Auf der anderen Seite war eine sehr schöne alte Mühle zu sehen. Ein Stück weiter lag rechterhand ein historisches samisches Dorf mit den traditionellen Bauten der Ureinwohner Lapplands, das ich ausgiebig fotografierte. Der Weg führte weiter zu einem Fluss, an dem ich innehielt und die einmalige Atmosphäre der Natur auf mich wirken ließ. Nachdem ich eine Weile dem Rauschen des Wassers zugehört hatte, machte ich kehrt, denn so langsam verspürte ich Hunger.

Die nachfolgenden Bildaufnahmen zeigen einige Impressionen des Culture Trails:

Die samische Kirche in Gällivare aus dem Jahr 1747

Die samische Kirche in Gällivare aus dem Jahr 1747

Gelbe Blume am Wegesrand

Ein einsames Blümchen am Wegesrand

Alte Windmühle

Eine alte Windmühle

Samische Behausung

Historische Behausung der Sami in Gällivare

Gällivare Fluss

Innehalten am Fluss außerhalb von Gällivare

 

 

Arvidsjaur – Begegnung mit Elchen und einem samischen Kirchdorf

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Arvidsjaur See

Der See in Arvidsjaur heute bei Sonnenschein

Nach dem Auschecken aus dem Hotel in Arvidsjaur führte uns unser erster Gang zum nahegelegenen See. Da gerade die Sonne herauskam, konnten wir hier noch einige gute Bildaufnahmen machen. Danach bewegten wir uns quer durch den Ort in Richtung des samischen Kirchdorfes Lappstaden. Da ich bisher auf der gesamten Strecke mit der Inlandsbahn noch keine Elche gesehen hatte, wurde ich in Arvidsjaur dafür entschädigt. Denn auf unserem Weg entlang der Hauptstraße erwartete uns eine eindrucksvolle Statue, die eine komplette Elchfamilie darstellte. Diese posierte auch ganz geduldig für zahlreiche Bildaufnahmen :-D.

Arvidsjaur Statue mit Elchfamilie

Bitte einmal recht freundlich: Eine Elchfamilie im Zentrum von Arvidsjaur

Als wir Lappstaden erreichten, fing es gerade an, stärker zu regnen, so dass wir uns erst einmal bei den Informationstafeln unterstellen mussten. Wir nutzten daher die Zeit, diese ausführlich zu lesen. Das Kirchdorf besteht aus rund 80 Holzhäusern aus dem 17. Jahrhundert, die bis heute noch sehr gut erhalten sind.  Sie dienten als Unterkunft der Sami, die teilweise von weit her anreisten, um ihre Kirchenpflicht zu erfüllen. Diese sah vor,  dass jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Gottesdiensten besucht werden mussten.

Das samische Kirchdorf Lappstaden in Arvidsjaur

Das samische Kirchdorf Lappstaden in Arvidsjaur

Einmal pro Jahr,  und zwar am letzten Augustwochenende, werden die Häuser auch heute noch anlässlich des Großen Versammlungstages der Sami genutzt. Dieser ist vergleichbar mit einem richtigen Volksfest.

Endlich ließ der Regen nach, und die Sonne zeigte sich wieder, so dass wir endlich das Dorf näher in Augenschein nehmen konnten. Danach ging es weiter zu der benachbarten Kirche Arvidsjaur kyrka.

Die Kirche in Arvidsjaur

Die Arvidsjaur kyrka – Erbaut wurde das eindruckvolle aus Holz bestehende Gotteshaus zwischen 1900 und 1902

Das dreischiffige aus Holz bestehende Bauwerk wurde von dem aus Sundsvall stammenden Architekten Gustaf Hermansson im neugotischen Stil entworfen. Ihre Errichtung fand zwischen 1900 und 1902 statt, die Einweihung erfolgte ein Jahr später. Im Inneren der Kirche finden insgesamt 750 Personen Platz.

Als ebenfalls sehr sehenswert in Arvidjaur gilt das dortige Heimatmuseum, das in einem früheren Pfarrhof untergebracht ist. In diesem wird typische Handwerkskunst aus der Region angeboten.  Auf einen Besuch haben wir allerdings verzichtet, da die Ausstellung etwas außerhalb liegt.

Arvidsjaur Figuren

Diese sehr kunstvollen Holzplastiken sahen wir auf dem Weg zum Bahnhof

Nach dem anstrengenden gestrigen Tag gingen wir die folgenden beiden Stunden eher ruhig an und ließen uns in einem Café nieder. Weiterhin kam es immer wieder zu Regenschauern. Wir warteten den richtigen Zeitpunkt ab, um zum Bahnhof zu gehen. Unser Gepäck wurde uns freundlicherweise von dem Mitarbeitern des Hotels dorthin gebracht. Die einfahrende Inlandsbahn hatte insgesamt 15 Minuten Aufenthalt, so dass wir noch einige Fotos von dieser machen konnten. Danach ging es weiter in Richtung Polarkreis.

 

 

Unsere zweite Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Arvidsjaur

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Bahnhof in Östersund-West

Am Bahnhof in Östersund-West – hier fuhr die Inlandsbahn heute schon sehr zeitig ab

Heute mussten wir sehr zeitig aufstehen, denn die Bahn fuhr bereits um 7.21 Uhr in Östersund Västra ab. Nach einem schnellen Frühstück eilten wir mit unseren Koffern zum Bahnhof. Der Tag startete sehr sonnig, so dass wir einige schöne Bild- und Filmaufnahmen der einfahrenden Inlandsbahn machen konnten.

Nach Abfahrt des Zuges aus Östersund sahen mein Lebensgefährte und einige Fahrgäste eine Elchkuh mit ihrem Jungtier. Mir selbst ist dieser Anblick leider entgangen, was ich ein wenig schade fand. Weiter ging es mit der Bahn durch viele schöne Seenlandschaften, über Brücken, durch Wälder und vorbei an der höchstgelegenen Station der Inlandsbahn.

Landstraße in Lappland

Eine Landstraße in Lappland (Vilhelmina), die weiter nach Norden führt

Schließlich erreichten wir Lappland. Im dortigen Vilhelmina aßen wir in einer Hütte zu Mittag. Ich ließ mir einen leckeren und erfrischenden Salat mit Krabben schmecken. Nach dem Mittagessen machten wir einige Filmaufnahmen der dortigen Umgebung. Direkt neben der Hütte verläuft eine Landstraße. Vor allem Wohnmobile fuhren hier an uns vorbei. Leider zog sich der Himmel zu, was hinsichtlich der Fotos etwas schade war.

Storuman Bahnhof

Der denkmalgeschütze Bahnhof in Storuman

Unsere nächste Station mit der Inlandsbahn war der Ort Storuman. Hier gibt es einen denkmalgeschützten Bahnhof mit einer historischen Dampflok, die ihre besten Zeiten längst hinter sich hat. Fahrtüchtig ist sie schon lange nicht mehr. Während unserer Weiterfahrt ereilte uns von der Reiseleitung die Nachricht, dass die gestrige Bahn entgleist ist und daher die von Gällivare kommende nun Gruppe einen Reisebus genommen hat. Ab Sorsele würden wir tauschen und mit dem Bus nach Arvidsjaur weiterfahren.

Bahnhof in Sorsele mit Musikband

Am Bahnhof in Sorsele wurden wir von einer Musikband empfangen

Doch erst einmal ging es weiter mit dem Zug. Laut Reiseleitung gäbe es auf dem folgenden Streckenabschnitt viele Rentiere. Immer wenn dies der Fall sei, würde der Zugführer zweimal hupen. Bei einmaligem Hupen hingegen handle es sich um einen Bahnübergang. Leider blieb dieses Mal das doppelte Hupgeräusch aus, und wir sahen auch keine Rentiere.

In Sorsele wurden wir von einer Band empfangen, die klassische Rocklieder spielte. Das Ganze hörte sich wirklich sehr gut an, so dass ich und einige der Fahrgäste stehen blieben und über einen längeren Zeitraum der Musik lauschten. Am Bahnhof in Sorsele gibt es auch ein Inlandsbahnmuseum, das wir im Anschluss besuchten. Dieses dokumentiert die Entstehung und Geschichte der Zugstrecke und der Bahn, allerdings nur auf Schwedisch.

Schweden-Sorsele-Bahnhof-2

Der Bahnhof in Sorsele – in seinen Räumlichkeiten befindet sich ein kleines Museum, das die Entstehung und Geschichte der Inlandsbahn dokumentiert

Die Weiterfahrt  verzögerte sich um insgesamt eine Stunde, da der Bus sehr spät ankam und der Fahrer eine Pause einlegen musste. Mein Lebensgefährte vertrieb sich die Zeit mit Bildaufnahmen. Direkt neben dem Bahnhof gab es Fahnen verschiedener Länder, die in eine Richtung zeigten und dadurch lesbar sind. Diese fotografierte er ausgiebig. Ich holte mir derweil einen Kaffee und setzte mich auf die Treppen vor dem Museum. Ich genoss die momentane Pause und die Strahlen der Sonne, die gerade herauskam.

Der Reisebus selbst war sehr komfortabel und auch klimatisiert, so dass sich die Weiterfahrt als sehr angenehm gestaltete. Auf diesem Streckenabschnitt sahen wir nun auch Rentiere, insgesamt viermal, davon sogar eine Herde. Ein mitreisender Schwede berichtete uns einen Tag später, dass er vom Bus aus sogar einen Wolf gesehen hat, was bei diesen scheuen Tieren sehr selten vorkommt. Interessant war auch die Aussicht von der Straße aus, wir konnten weit in die hügelige Landschaft Lapplands blicken.

See Arvidsjaur

Ankunft in Arvidsjaur – Unser Hotel liegt in der Nähe eines Sees, der denselben Namen wie der Ort trägt

Bei unserer Ankunft in Arvidsjaur waren wir sehr müde. Im Hotelzimmer angekommen, legte ich mich aufs Bett und schlief sofort ein. Mein Lebensgefährte weckte mich schließlich, denn es war Zeit zum Abendessen. Dieses nahmen wir in dem zum Hotel gehörenden Restaurant ein, das sich an dem nahegelegenen See befand. Das Essen schmeckte sehr gut. Direkt danach unternahmen wir einen kleinen Spaziergang am See entlang, dann ging es zurück in unser Zimmer. Das Hotel war eines der wenigen auf unserer Reise, wo es deutsches Fernsehen gab. Ich sah mir noch einen Film an, danach fiel ich in einen tiefen Schlaf.

Östersund

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

Inhaltsverzeichnis (einzelne Abschnitte bitte klicken):

Nach einem sehr guten und üppigen Frühstück in unserem Hotel brachen wir zu einem Stadtrundgang durch Östersund auf. Um uns einen Überblick über den Ort zu verschaffen, führte uns unser erster Gang zur dortigen Touristeninformation. Hier besorgten wir uns einen Stadtplan und informierten uns über die Gemeinde und ihre einzelnen Sehenswürdigkeiten.

Am Ufer des Sees Storsjön im schwedischen Östersund

Die mittelschwedische Stadt Östersund liegt sehr idyllisch am See Storsjön – dem fünftgrößten Gewässer des Landes

Östersund befindet sich etwa in der Mitte Schwedens in der Provinz Jämtland am See Storsjön, dem fünftgrößten Gewässer des Landes. Die Einwohnerzahl der Stadt beträgt rund 50.000.  Als sie im Jahr 1810 zur Residenzstadt der Provinz Jämtland erklärt wurde, lebten hier lediglich 200 Menschen. Ihren wirtschaftlichen Aufschwung und den daraus folgenden Anstieg der Einwohnerzahl verdankte die Gemeinde zunächst der Holzindustrie und ab 1879 dem Anschluss an die Inlandsbahn.

Als sehr sehenswert in Östersund gilt die Hauptstraße Storgatan. Ihre historische Bebauung aus dem 19. Jahrhundert mit den kleinen aus Holzfassaden bestehenden Häusern ist bis heute erhalten geblieben . Im Zentrum des Ortes liegt der Markplatz. Hier finden diverse Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel der traditionelle Gregoriusmarkt im März oder das Storsjöyran im Sommer. Letzteres gilt als das älteste Stadtfest in Schweden. Hier treten auch international bekannte Musikgruppen auf. Unmittelbar vor Östersund liegt die Insel Frösön, die als die größte im See Storsjön gilt. Dort befindet sich der sogenannte Frösöstein, ein aus dem 11. Jahrhundert stammender Runenstein. Neben mehreren Galerien gibt es in Östersund auch ein Freilichtmuseum, das unter dem Namen „Jamtli“ bekannt ist. Hier erhalten Besucher umfassende Informationen sich über die regionale Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts.

Das Rathaus in Östersund

Das Rathaus in Östersund

Während unseres Rundgangs durch Östersund war das Wetter sehr unbeständig. Wie bei uns im April wechselten sich Sonne und Regen in regelmäßigen Abständen ab. Bevor wir uns in Richtung des Freilichtmuseums Jamtli bewegten, machten wir zunächst einige Bildaufnahmen in der Innenstadt, wie zum Beispiel dem Rathaus oder auch der zentral gelegenen Kirche.

Freilichtmuseum Jamtli mit historischer Tankstelle im Hintergrund

Unser Besuch des Freilichtmuseums Jamtli – im Hintergrund ist eine nach historischen Vorbild erbaute Tankstelle zu sehen.

Leider hatte das Freilichtmuseum an dem heutigen Tag (Montag) geschlossen. Das Gelände war jedoch teilweise zugänglich. Zu sehen gab es eine Vielzahl an nach historischem Vorbild errichteten Gebäuden. Neben alten Holzhäusern zählten hierzu unter anderem eine nachgebaute Tankstelle und ein Kiosk aus früheren Zeiten. Auch ein kleines Dorf mit mehreren Geschäften konnten wir auf dem Gelände besichtigen.

Unser nächster Gang führte uns zum See Storsjön. Da gerade wieder die Sonne herauskam, konnten wir einige sehr schöne Fotos von dem See selbst und den Gänsen machen, die sich dort aufhielten. Anschließend bewegten wir uns über die Brücke zu der Insel Frösön. Im Inneren des Eilands gibt es auch einen kleinen See namens Ändsjön, der ca. 30 Minuten Fußweg vom Ufer des Storsjön entfernt liegt. Zu diesem wollten wir eigentlich einen Fußmarsch unternehmen, denn laut Reisebeschreibung soll es dort sehr idyllisch sein. Aus der Ferne sahen wir jedoch erneut dunkle Wolken aufziehen, so dass wir uns dagegen entschieden und über die Brücke zurück aufs Festland liefen. Bevor der Regen einsetzte, suchten wir ein kleines Café auf, dass sich in einem kleinen Park vor dem Storsjön befindet. Dort stärkten wir uns mit Café und leckerem Obstkuchen. Mittlerweile hörte es wieder auf zu regnen, und die Sonne ließ sich blicken.

Marktplatz in Östersund

Der Marktplatz im Zentrum von Östersund

Vor dem nächsten Regenguss liefen wir schnell zum Markplatz, denn wir wollten die Gelegenheit nutzen, diesen einmal mit blauem Himmel im Hintergrund zu fotografieren. Wir hatten gerade noch Glück, denn die nächsten Schauerwolken ließen nicht lange auf sich warten… Bevor es erneut zum Wolkenbruch kam, machten wir uns auf den Weg zu einer Glasbläserei, die sich am Bootsanleger des Storsjön befindet. Hier gab es zahlreiche wunderschön gefertigte Gefäße und Figuren in allen möglichen Farben und Formen. Auch konnten wir der dortigen Mitarbeiterin beim Fertigen der Objekte zusehen.

 

Unser Abendessen ließen wir uns heute in einem Pub gegenüber unseres Hotels schmecken. Wir bestellten Fleischspieße, die sehr lecken waren. Daher beschlossen wir, auf unserer Rückreise hier auf jeden Fall noch einmal zu essen. Da unsere Bahn am folgenden Morgen bereits um 7.20 Uhr abfuhr, gingen wir heute rechtzeitig in unser Hotel zurück. Woran ich mich noch gewöhnen musste, war die Helligkeit auch zu später Stunde, denn hier wurde es gegen Mitternacht zwar ein wenig dämmerig, jedoch nicht wirklich dunkel.

 

 

 

Unsere erste Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Östersund

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Am Sonntag, 18. Juni 2017 um 15.00 Uhr ging es los: Unserer erste Etappe mit der schwedischen Inlandsbahn, die auch pünktlich in Mora abfuhr. Unsere Koffer deponierten wir in einem Vorraum vor der Fahrerkabine.

Innenbereich der schwedischen Inlandsbahn

Jetzt geht es los: Die Fahrt mit der schwedischen Inlandsbahn- heute bis Östersund

Die Sitzplätze hatten wir zwar im Voraus reserviert, trotzdem waren während der ganzen Fahrt noch genügend frei. Auf diese Weise hatten wir die Möglichkeit, zwischendurch auch einmal den Platz zu wechseln, um Foto- oder Filmaufnahmen zu machen. Während der Fahrt ging es an vielen dichten Wäldern und romantischen Seen vorbei. Ein Highlight erwartete uns etwa nach einer halben Stunde Fahrzeit: die Schlucht Storstupet mit einer eindrucksvollen Stromschnelle. Von der Eisenbahnbrücke aus, auf der der Zug auch kurz hielt, blickten wir in 34 Meter Tiefe.

Schlucht Storstupet in Schweden

Blick in die eindrucksvolle Schlucht Storstupet nach ca. 1/2 Stunde Fahrt

Die Reiseleiterin in der Inlandsbahn war sehr zuvorkommend. Sie versorgte die Fahrgäste unterwegs mit vielen Informationen und auch Broschüren in Schwedisch und Englisch. Als sie mitbekam, dass wir aus Deutschland kommen, hat sie sogar extra für uns eine deutsche Broschüre an einer Raststätte gekauft.

Unsere erste Pause legten wir in Sveg ein. Hierbei handelt es sich um den Hauptort der Provinz Härjedalen. Seit den 1270er Jahren ist dieser als Thingplatz (historische Stätte, an der Volks- und Gerichtsversammlungen abgehalten wurden) bekannt. Des Weiteren war der Ort bis ins 19. Jahrhundert ein Kirchenzentrum. Durch Ansiedlung großer Holzfirmen und den Anschluss an die Eisenbahn wurde Sveg schließlich zum Hauptort in der Region. Interessant fanden wir an dem dortigen Bahnhof ein altes Fahrrad, das wir fotografierten.

Bahnhof in Sveg mit altem Fahrrad

Unsere erste Pause in Sveg – an diesem Ort wurden früher Volks- und Gerichtsversammlungen abgehalten

Zum Abendessen hielten wir an dem Ort Åsarna, wo es auch eine Raststätte gab. Das Essen hatten wir vorher im Zug bei der Reiseleiterin vorbestellt, die die Bestellung dann direkt an das Lokal weitergab. Hier war es deutlich kühler als in Mora, unangenehm war vor allem der kalte Wind. Ursprünglich hatte ich vor, nach dem Essen einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Da ich recht dünn angezogen war und deshalb entsprechend fror, war ich froh, als ich wieder im Zug saß. Während der Weiterfahrt zog ich mir daher dickere Kleidung an. Wir erreichten unseren heutigen Zielort Östersund pünktlich um 21.00 Uhr. (Näheres zu der Stadt berichte ich in meinem nächsten Beitrag).

Seenlandschaft in Schweden

Während der Fahrt ging es an vielen romantischen Seenlandschaften vorbei

Zu unserer Unterkunft ging es bergauf in Richtung Innenstadt. Nach Ankunft an der Rezeption fragte uns ein Gast scherzhaft, ob wir vorhätten, endgültig in Schweden zu bleiben. Hierbei bezog er sich auf meinen überdimensional großen Koffer. Schmunzelnd verneinten wir. Das Hotel war sehr schick und modern eingerichtet, auch die Zimmer. Nachdem wir dort unser Gepäck verstaut hatten, verspürten wir schon wieder Hunger. Grund war, dass wir uns von dem Buffet an der Raststätte zu wenig genommen hatten. Daher zogen wir wieder los, um noch nach einem Lokal oder einem Bistro zu suchen. Zu unserem Entsetzen mussten wir feststellen, dass sämtliche Restaurants heute (Sonntag) geschlossen hatten, sogar eine bekannte amerikanische Burgerkette. Demnach kehrten wir in unser Hotel zurück und stillten unseren Hunger mit Crackern und Würstchen, wie wir zum Glück noch dabei hatten. Den Abend ließen wir gemütlich in unserem Hotelzimmer ausklingen.