Vilhelmina

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Nach der Anstrengung der letzten Tage schliefen wir an dem Morgen nach unserer Ankunft in Vilhelmina erst einmal aus.  Unser Frühstück nahmen wir daher recht spät ein.  Für den ganzen Tag war Regen angesagt. Das schlechte Wetter lockte uns so gar nicht nach draußen, daher setzten wir uns in die Hotellobby und warteten erst einmal ab. Doch der Regen ließ nicht nach.  Das dänische Ehepaar, das die ganze Zeit über zu unseren Mitreisenden gehörte, kam nach einiger Zeit dazu.

Blick in den alten Ortskern von Vilhelmina

Blick in den alten Ortskern von Vilhelmina

Von beiden erfuhren wir, dass die Touristeninfo bis 14.00 Uhr geöffnet hatte und dass es die Straße weiter runter ein kleines Museum zur samischen Kultur gab. Daher rafften wir uns schließlich doch noch auf. Wir gingen zunächst zur Touristeninformation und erfuhren dort, dass dieses Museum noch bis 15.30 Uhr offen war.

Wir machten uns auf den Weg dorthin.  Es handelte sich um eine nette kleine Ausstellung, die in einem Raum untergebracht war. Zu sehen gab es hier zahlreiche Bilder, Werkzeuge, Geschirr, Schmuck etc. zur samischen Kultur. Leider war das Fotografieren nicht erlaubt. Zum Museum gehörte auch ein Shop mit vielen schönen Souvenirs aus der Region.

Vilhelmina Museum

Eingang zu dem kleinen Museum in Vilhelmina – in diesem erwarteten uns etliche Exponate zur samischen Kultur

Wir kamen mit dem Inhaber der Ausstellung ins Gespräch. Dieser meinte mit einem Augenzwinkern, das Wetter sei zwar schlecht, jedoch gut für sein Geschäft. Wir kaufen ein paar Souvenirs, u. a. eine Tasche, Behälter für Zahnstocher und einen Kühlschrankmagnet.

Später machen wir uns auf den Weg ins Samidorf, in dem Michael gestern bereits war, jedoch noch nicht ich. Der Weg ging sehr steil nach oben. Das Dorf bestand aus einigen Sami-Hütten und ist durchaus sehenswert. Allerdings hatten wir oben eine regelrechte Plage mit den Mosquitos. Man konnte kaum in Ruhe fotografieren, da sich die Viecher auf die Hände und auch ins Gesicht setzen.

Sami-Dorf in Vilhelmina

Das Sami-Dorf auf einer Anhöhe in Vilhelmina – leider wurden wir hier von zahlreichen Mosquitos gestört.

Nachdem wir noch die nahegelegene Kirche fotografiert haben, gingen wir in ein nahegelegenes Café und stärkten uns bei Kaffee und Kuchen erst einmal. Danach ging es zurück ins Hotel. In der Lobby machten wir es uns erst einmal gemütlich und warteten die verbleibende Zeit ab, bis wir uns auf den Weg zum Bahnhof machten. Es regnete nach wie vor.

Bei unserer Ankunft am Bahnhof stand der Zug schon bereit. Nun ging unsere Reise weiter gen Süden. Es regnete weiterhin. Unser erster Halt war der Ort Dorotea. Da der Zug sehr gut in der Zeit lag, hatten wir dort 10 Minuten Aufenthalt.

Der Zugbegleiter empfahl uns, die Halle im alten Bahnhof anzuschauen, da diese wohl sehr sehenswert war. Allerdings waren die Türen abgeschlossen, so dass dies nicht möglich war.

Schweden Vilhelmina Rege

Dauerregen heute den größten Teil des Tages

Während der anschließenden Weiterfahrt regnete es noch immer. Unser nächster Halt war Hoting mit der historischen Dampflok am Bahnhof. Wegen des Regens stieg aber niemand aus. Die Dampflok hatten wir auf dem Hinweg schon gesehen und ausgiebig fotografiert. Langsam ließ der Regen nach, und die Wolkendecke sah heller und freundlicher aus. Kurz darauf zeigte sich die Sonne.

Wir erreichten Östersund pünktlich und kamen trockenen Fußes im Hotel an. Wie auf der Hinfahrt aßen wir wieder in dem gegenüberliegenden Pub zu Abend. Bei mir gab es heute Rentier Medium. Es handelte sich hierbei um ganz feines Steakfleisch, eine absolute Köstlichkeit. 🙂

Die erste Etappe der Rückfahrt mit der Inlandsbahn nach Vilhelmina

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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An diesem Morgen frühstückten wir sehr zeitig in unserem Hotel in Gällivare, denn heute stand die Rückfahrt mit der Inlandsbahn an. Unser Ziel war die lappländische Stadt Vilhelmina, die sich sehr schön gelegen an einem See befindet. Die Bahn fuhr bereits um 7.50 Uhr ab, daher hatten wir bereits unsere Koffer am Vorabend gepackt.

See in Schweden

Auf dem Rückweg mit der Inlandsbahn in Richtung Vilhelmina empfing uns nach wenigen Kilometern strahlend blauer Himmel

Auf dieser Etappe empfing uns dieselbe Zugbegleiterin wie am ersten Tag. Sie hieß Linda, charakteristisch bei ihr waren die Blumen im Haar, die sie bereits auf der Hinfahrt trug. Schon auf dieser ersten Etappe erzählte sie uns vieles über die Regionen, durch die wir fuhren. Heute war Freitag, der Tag vor dem Mittsommerfest. Noch war der Himmel sehr wolkenverhangen, nach nur wenigen Kilometern löste sich die Bewölkung jedoch auf. Strahlend blauer Himmel kam zum Vorschein. Dieser ließ die Landschaft gleich ganz anderes erscheinen.

Polarkreis in Schweden

Der Polarkreis dieses Mal bei gutem Wetter

Wir fuhren über viele Brücken, sowie an Seen und Staudämmen vorbei. Im Zug bestellten wir unser Mittagessen für 11.00 Uhr. Schließlich passierten wir den Polarkreis, an dem wir erneut hielten. Im Gegensatz zur Hinfahrt empfing uns traumhaftes Wetter, so dass wir viele schöne Fotos machen konnten. Das Mittagessen fand später in einem kleinen Ort direkt im Bahnhofsgebäude statt. Wir wurden von einer kleinen Gruppe Kinder und auch Erwachsener empfangen, die anlässlich des bevorstehenden Mittsommerfestes um einen Maibaum tanzten, ganz in ursprünglicher schwedischer Tradition.

Tanz um den Maibaum zu Mittsommer

Tanz um den Maibaum anlässlich des bevorstehenden Mittsommerfestes

Bei Mittagessen hatte ich mich für eine Salatplatte entschieden, die sehr lecker und erfrischend war. Da wir vorher noch ausgiebig den „Tänzern“ um den Maibaum zugesehen hatten, war die Zeit zum Essen recht knapp. Wir mussten uns zum Schluss sehr beeilen.

Weiter ging es in Richtung des Ortes Arvidsjaur, wo wir auf der Hinfahrt auch übernachtet hatten. Hier hatten wir einen längeren Zwischenstopp, denn die Lok musste aufgetankt werden. Danach fuhr der Zug weiter nach Sorsele. Diese Strecke hatten wir auf der Hinfahrt mit dem Bus zurückgelegt, worüber ich in dem Kapitel „Unsere zweite Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Arvidsjaur“ berichtet habe. Auf diesem Abschnitt gab es viele Rentiere am und im Gleis, daher musste die Bahn zwischenzeitlich auch halten. Endlich kamen wir zu unseren Fotos. 😀

Inlandsbahnen in Schweden nebeneinander

Die beiden in entgegengesetzte Richtungen fahrenden Inlandsbahnen treffen sich in Sorsele

Nach unserer Ankunft in Sorsele hatten wir 15 Minuten Aufenthalt. Hier begegneten wir der Inslandsbahn, die gen Norden fuhr. Die nächste Etappe Richtung Vilhelmina verlief ohne größere Zwischenfälle. Unser Abendessen nahmen wir bereits um 16.15 Uhr im Rasthaus in Vilhelmina-Nord ein, in dem wir auch schon auf der Hinfahrt eingekehrt waren. Wegen Mittsommer gab es Lappland-Buffet. Wir wollten jedoch lieber Salat mit Krabben wir auf der Hinfahrt. Nach nur weiteren drei Kilometern erreichten wir schließlich unsere heutige Endstation, den Bahnhof von Vilhelmina.

Ausgestopfter Bär

Dieser freundliche Zeitgenosse empfing uns in der Hotellobby in Vilhelmina

Mit unseren Koffern bewegten wir uns zu Fuß zu unserem Hotel. Nach unserem Check-In ruhte ich mich erst einmal für eine halbe Stunde in unserem Hotelzimmer aus, denn ich war sehr müde. Michael hingegen machte sich sofort auf den Weg in den Ort, da momentan noch die Sonne schien und er einige gute Aufnahmen machen wollte. Er besuchte die Kirche sowie einige im Wald gelegene Häuser der Sami. Später kam ich ihm entgegen. Wir machten uns durch die alten Ortskern auf den Weg in Zentrum. Wir hofften, einiges von den Mittsommer-Feierlichkeiten mitzubekommen. Wie wir von einer der Zugbegleiterinnen erfahren hatten, wurde dieses Ereignis bereits am Vortag gefeiert.

See in Vilhelmina in Schweden

Toller Ausblick von unserem Hotelzimmer aus auf den See in Vilhelmina

Doch leider hatten wir kein Glück. Der Ort war wie ausgestorben, nirgends gab es etwas von diesen Feierlichkeiten zu sehen. Sämtliche Geschäfte und auch Gaststätten hatten geschlossen.  Wie es aussah, fand das große Ereignis ganz woanders statt. Da wir sehr früh zu Abend gegessen hatten, verspürten wir mittlerweile wieder Hunger. Daher kehrten wir in einem Pizza-Imbiss ein, der geöffnet war. Danach machten wir uns auf den Rückweg und verbrachten einen gemütlichen Abend im Hotel.

Unsere zweite Etappe mit der Inlandsbahn: Fahrt nach Arvidsjaur

Unsere Schweden-Reise im Juni 2017

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Bahnhof in Östersund-West

Am Bahnhof in Östersund-West – hier fuhr die Inlandsbahn heute schon sehr zeitig ab

Heute mussten wir sehr zeitig aufstehen, denn die Bahn fuhr bereits um 7.21 Uhr in Östersund Västra ab. Nach einem schnellen Frühstück eilten wir mit unseren Koffern zum Bahnhof. Der Tag startete sehr sonnig, so dass wir einige schöne Bild- und Filmaufnahmen der einfahrenden Inlandsbahn machen konnten.

Nach Abfahrt des Zuges aus Östersund sahen mein Lebensgefährte und einige Fahrgäste eine Elchkuh mit ihrem Jungtier. Mir selbst ist dieser Anblick leider entgangen, was ich ein wenig schade fand. Weiter ging es mit der Bahn durch viele schöne Seenlandschaften, über Brücken, durch Wälder und vorbei an der höchstgelegenen Station der Inlandsbahn.

Landstraße in Lappland

Eine Landstraße in Lappland (Vilhelmina), die weiter nach Norden führt

Schließlich erreichten wir Lappland. Im dortigen Vilhelmina aßen wir in einer Hütte zu Mittag. Ich ließ mir einen leckeren und erfrischenden Salat mit Krabben schmecken. Nach dem Mittagessen machten wir einige Filmaufnahmen der dortigen Umgebung. Direkt neben der Hütte verläuft eine Landstraße. Vor allem Wohnmobile fuhren hier an uns vorbei. Leider zog sich der Himmel zu, was hinsichtlich der Fotos etwas schade war.

Storuman Bahnhof

Der denkmalgeschütze Bahnhof in Storuman

Unsere nächste Station mit der Inlandsbahn war der Ort Storuman. Hier gibt es einen denkmalgeschützten Bahnhof mit einer historischen Dampflok, die ihre besten Zeiten längst hinter sich hat. Fahrtüchtig ist sie schon lange nicht mehr. Während unserer Weiterfahrt ereilte uns von der Reiseleitung die Nachricht, dass die gestrige Bahn entgleist ist und daher die von Gällivare kommende nun Gruppe einen Reisebus genommen hat. Ab Sorsele würden wir tauschen und mit dem Bus nach Arvidsjaur weiterfahren.

Bahnhof in Sorsele mit Musikband

Am Bahnhof in Sorsele wurden wir von einer Musikband empfangen

Doch erst einmal ging es weiter mit dem Zug. Laut Reiseleitung gäbe es auf dem folgenden Streckenabschnitt viele Rentiere. Immer wenn dies der Fall sei, würde der Zugführer zweimal hupen. Bei einmaligem Hupen hingegen handle es sich um einen Bahnübergang. Leider blieb dieses Mal das doppelte Hupgeräusch aus, und wir sahen auch keine Rentiere.

In Sorsele wurden wir von einer Band empfangen, die klassische Rocklieder spielte. Das Ganze hörte sich wirklich sehr gut an, so dass ich und einige der Fahrgäste stehen blieben und über einen längeren Zeitraum der Musik lauschten. Am Bahnhof in Sorsele gibt es auch ein Inlandsbahnmuseum, das wir im Anschluss besuchten. Dieses dokumentiert die Entstehung und Geschichte der Zugstrecke und der Bahn, allerdings nur auf Schwedisch.

Schweden-Sorsele-Bahnhof-2

Der Bahnhof in Sorsele – in seinen Räumlichkeiten befindet sich ein kleines Museum, das die Entstehung und Geschichte der Inlandsbahn dokumentiert

Die Weiterfahrt  verzögerte sich um insgesamt eine Stunde, da der Bus sehr spät ankam und der Fahrer eine Pause einlegen musste. Mein Lebensgefährte vertrieb sich die Zeit mit Bildaufnahmen. Direkt neben dem Bahnhof gab es Fahnen verschiedener Länder, die in eine Richtung zeigten und dadurch lesbar sind. Diese fotografierte er ausgiebig. Ich holte mir derweil einen Kaffee und setzte mich auf die Treppen vor dem Museum. Ich genoss die momentane Pause und die Strahlen der Sonne, die gerade herauskam.

Der Reisebus selbst war sehr komfortabel und auch klimatisiert, so dass sich die Weiterfahrt als sehr angenehm gestaltete. Auf diesem Streckenabschnitt sahen wir nun auch Rentiere, insgesamt viermal, davon sogar eine Herde. Ein mitreisender Schwede berichtete uns einen Tag später, dass er vom Bus aus sogar einen Wolf gesehen hat, was bei diesen scheuen Tieren sehr selten vorkommt. Interessant war auch die Aussicht von der Straße aus, wir konnten weit in die hügelige Landschaft Lapplands blicken.

See Arvidsjaur

Ankunft in Arvidsjaur – Unser Hotel liegt in der Nähe eines Sees, der denselben Namen wie der Ort trägt

Bei unserer Ankunft in Arvidsjaur waren wir sehr müde. Im Hotelzimmer angekommen, legte ich mich aufs Bett und schlief sofort ein. Mein Lebensgefährte weckte mich schließlich, denn es war Zeit zum Abendessen. Dieses nahmen wir in dem zum Hotel gehörenden Restaurant ein, das sich an dem nahegelegenen See befand. Das Essen schmeckte sehr gut. Direkt danach unternahmen wir einen kleinen Spaziergang am See entlang, dann ging es zurück in unser Zimmer. Das Hotel war eines der wenigen auf unserer Reise, wo es deutsches Fernsehen gab. Ich sah mir noch einen Film an, danach fiel ich in einen tiefen Schlaf.